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21.11.2007 

Lifestyle spielt dabei eine immer größere Rolle und wird Simons zu einem Flaggschiff in Berlin verhelfen. Kürzlich wurden die Verträge für ein Designerhotel im Medienhafen nahe der Oberbaumbrücke unterzeichnet. Kein NH, ein „NHow“. Auch eine spanische Idee, bisher erst mit einem einzigen Hotel in Mailand verwirklicht. Das englische „now“ versteckt sich in der Wortschöpfung – das neue Hotel soll ein Haus der „Jetzt-Zeit“ sein, auf der Höhe des aktuellen Designs. Nicht mit Spanisch und der Mentalität, wohl aber mit deutschen Zungenbrechern kommt der jungenhaft wirkende 49-jährige Chef der NH Hoteles gelegentlich in unsichere Fahrwasser. In den Niederlanden geboren und aufgewachsen, erinnert seine Sprache ein klein wenig an den verstorbenen Showmaster Rudi Carrell.

Als Niederländer ist er vor allem schnörkellos, wenn’s ums Geschäft geht. In der Berliner Deutschland-Zentrale sitzt er mit anderen Mitarbeitern im Großraum, hat weder Sekretärin noch sonstige, ihn als Führungskraft ausweisende Zeichen. „Das ist ganz praktisch, mit die deutsche Schriftsprache hab ich schon mal Probleme, da kann immer mal jemand schnell über meinen Text lesen“, sagt er. Per Du ist er ohnehin mit den meisten, wie es in den Niederlanden üblich ist.

Seinen hemdsärmelig-direkten Stil pflegt er auch im Umgang mit den Mitarbeitern. Er setzt auf persönliche Zugänglichkeit und auf Emotionen: „Gerade in unserem Dienstleistungsbereich spielen Emotionen eine starke Rolle – nicht der IQ treibt uns, es ist der EQ, der Emotionsquotient“, formuliert er es gekonnt im besten Managerjargon.

Direkt und formfrei sind auch andere Formen der Kommunikation: Wer die Telefondurchwahl auf der Visitenkarte wählt, spricht ohne filternde Zwischenstationen sofort mit dem Chef. Der Vater dreier halbwüchsiger Kinder hasst außerdem E-Mails und unterdrückt die Blackberry-Botschaften, wann immer er kann. „Wenn du was Wichtiges hast, ruf mich besser an.“

Er nimmt sich Auszeiten von der Onlinepräsenz – zum Beispiel um an Rubens zu denken oder an Rotwein, von dem er eine Menge versteht. „Das Leben ist zu kurz, um mittelmäßigen Wein zu trinken“, verkündet er seine Devise. Für Golf, Squash und ein gutes Buch findet er meist Zeit.

Qualifiziert zu sein, das hält er für oberste Pflicht. Für die Mitarbeiterschulung „geben wir viel Geld aus“. Und er selbst hat sich auch einen Coach geleistet, ist zwei Jahre lang in die Heimat gependelt. Simons wird nachdenklich, erinnert sich, dass ihm der Coach auch seine Grenzen aufgezeigt habe. „Jeder Mensch hat seine ganz eigenen Fallgruben.“ Und er zieht daraus eine Lehre, die auch das Expansionstempo im Unternehmen bestimmt: „Lieber weniger richtig gut machen als vieles halb gut.“

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