Zumwinkel hatte Appel im Jahr 2000 als Leiter der Konzernentwicklung von der Unternehmensberatung McKinsey abgeworben. Wie der Primus haben fast alle Vorstandskollegen bei der Post die hohe Schule der US-Beraterfirma absolviert.
Bereits 2002 stieg Appel in den Vorstand auf und übernahm zunächst die Verantwortung für die Logistik, später wurde er mit Querschnittsfunktionen wie IT und Einkauf betraut und eben auch mit "First Choice", einer Aufgabe, die ihm den Ruf eines "Sparkommissars" einbrachte.
Geduldig wartete er auf seine Chance, beobachtete, wie sich andere Kandidaten für den Chefposten selbst erledigten. Erst musste Uwe Dörken, lange Zeit Zumwinkels Lieblingsmanager, wegen des verlustreichen US-Geschäfts gehen, dann erwischte es Finanzchef Edgar Ernst nach massiver Kritik der Kapitalmärkte an der Informationspolitik der Deutschen Post.
Frank Appel hingegen wartete geduldig in der zweiten Reihe, ohne jemals lautstark Ansprüche angemeldet zu haben.
Er gilt ohnehin als Mann ohne Allüren. So wollten ihn die Pförtner der Post zunächst nicht auf den Vorstandsparkplatz lassen, als er mit einem alten Kombi vorfuhr. Passte das Auto doch so gar nicht zu den anderen Limousinen.
Nun fährt Appel auch eine solche, aber es musste wieder ein Kombi sein - wegen der Kinder.
