All das steht nun in Frage und noch einiges mehr. Denn Zumwinkel ist auch Aufsichtsratschef der Telekom und der Postbank, Kontrolleur bei der Lufthansa, Arcandor sowie Mitglied des Board of Directors der US-Investmentbank Morgan Stanley. In all diesen Konzernen wird man sich nun Gedanken über die Besetzung des Aufsehergremiums machen müssen.
Die Börse hat bereits ihre Schlüsse aus den Vorgängen gezogen. Die Post-Aktie hat gestern mit einem Kurssprung auf die Nachricht von der Razzia reagiert. Händler erklärten, der Markt spekuliere auf den Abschied des Managers. Als die Nachricht dann kam, zogen die Kurse am Freitagmittag nochmals an, die „Aktie Gelb“ war am Mittag größter Gewinner im Dax.
Bild für Bild: Die Razzia in Köln-Marienburg
Zumwinkel gilt an der Börse als Bremser, Zauderer und als schlechter Kommunikator. Erst kürzlich opferte der Vormann seinen Finanzchef – nach Beschwerden von Investoren über die ungenügende Kommunikationspolitik des Unternehmens.
Nicht der einzige Kritikpunkt: Auf der Hauptversammlung im vergangenen Frühjahr schmähten Investoren Zumwinkel als Mann von gestern und bemängelten die „mangelnde Profitabilität“ der Post, insbesondere hervorgerufen durch das seit Jahren kriselnde Amerika-Geschäft.
