Schwedhelm und Feigen aber schweigen dazu. Sie arbeiten nach dem simplen Prinzip: Je weniger sie sagen, desto weniger ist ihr Mandant in den Medien. Der Mann, der noch bis vor kurzem als Unicef-Chef gehandelt wurde und in einer Post-Mitarbeiterzeitung von der Verantwortung der Manager schwadronierte, hat beide dazu verdonnert. Keine Stellungnahmen, keine öffentlichen Auftritte, Maulkorb gegenüber der Presse. Denn der Name Zumwinkel klebt momentan wie Spucke am Kragen der Verteidiger. Wann immer sie in den Medien auftauchen, ist dieser hässliche Fleck zu sehen.
Dabei ist Schwedhelm einer, mit dem man gerne redet. Und Feigen einer, der gerne redet.
Sie sind Antipoden, optisch wie fachlich. Strafverteidiger Feigen (58) ist ein bulliger Typ, Ringernacken, Abwehrhaltung, trotz feinem Zwirn kann er schnoddrig sein, wenn es sein muss. Schwedhelm (52) dagegen, der Steuerexperte, ist kleiner, drahtiger, zugänglicher.
Ein Entspannter ist Schwedhelm in der an Aufplusterern nicht armen Zunft. In der Branche ist der Porschefahrer und Hobby-Golfer nicht als Abschläger bekannt, sondern eher als „Putter“. Im Hintergrund wirken, lieber heimlich verhandeln als öffentlich streiten, dass ist der Ruf, den die Kanzlei Streck Mack Schwedhelm zu verteidigen hat, in der noch immer an erster Stelle der weithin bekannte Steuerfachmann Michael Streck steht. Hinter dem Patron aber hat sich Schwedhelm etabliert, seit knapp 20 Jahren einer der Partner.
Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet Schwedhelm, der immer für die 2004/2005 von der rot-grünen Bundesregierung durchgesetzte Amnestie von Steuerflüchtlingen geworben hat, nun den wohl prominentesten Fall der Ignoranten zu verteidigen hat. Zu hören ist, dass die Anwälte selbst sprachlos waren, dass Zumwinkel die Amnestie offenbar nicht genutzt hat. Ermittler machen sich ihren eigenen Reim darauf: „Das ist die Arroganz des Geldes“, sagt einer. „Der hat gedacht, er ist unangreifbar“, sagt ein anderer.
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