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26.10.2006 
Personalpolitik bei Daimler-Chrysler

Im System Zetsche dreht sich alles um den Chef selbst

von Martin-W. Buchenau

Dieter Zetsche sitzt bei Daimler-Chrysler ganz allein am Steuer, ein zweiter Starker Mann ist nicht in Sicht. Da stellt sich die Frage, wen Zetsche künftig als möglichen Nachfolger aufbauen wird. Und ob er es überhaupt tun wird.

STUTTGART. Es gibt kleine Dinge, die bezeichnend sind für den Zustand eines großen Unternehmens. Die acht Vorstandsmitglieder des Daimler-Chrysler-Konzerns sind im letzten Geschäftsbericht auf Hochglanz einzeln abgelichtet. Alle lächeln fröhlich in einer Limousine, aber nur einer sitzt am Steuer – und weiß, wohin die Reise geht: Vorstandschef Dieter Zetsche. Alle anderen nehmen brav auf dem Rücksitz Platz. Da entsteht leicht der Eindruck, dass Zetsche so schnell keinen anderen vorne sitzen lässt. Nicht einmal auf dem Beifahrersitz.

Das Bild entspricht der Wirklichkeit: Bei Daimler-Chrysler ist weit und breit kein zweiter Mann in Sicht. Würde bei VW Bernd Pischetsrieder stolpern, wäre Wolfgang Bernhard wohl sofort zur Stelle. Und beim Konkurrenten BMW gäbe es mit Finanzchef Stefan Krause eine schnelle „Backstein-Lösung“, falls der erst seit kurzem amtierende Vorstandschef Norbert Reithofer ausfallen würde. Bei Daimler-Chrysler gibt es aber keinen starken zweiten Mann.

Das mag darin begründet sein, dass Zetsches größter Rivale im Rennen um den Chefposten, Eckhard Cordes, nach seiner Niederlage vor gut einem Jahr schmollend das Unternehmen verließ. Aber es liegt auch an Zetsche selbst, der sich noch vor seinem Amtsantritt als Konzernchef den durch Cordes’ Abgang frei gewordenen Mercedes-Chefposten unter den Nagel riss. Damit gab er keinem anderen die Chance, sich auf dem zweitwichtigsten Posten im Konzern zu profilieren.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Selten hat ein Manager mehr Macht gebündelt als Zetsche.

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