0 Bewertungen
13.03.2008 
Stefan Krause

Deutsche Bank holt Finanzchef von BMW

Die Deutsche Bank holt sich ihren neuen Finanzvorstand überraschend vom Münchener Autobauer BMW. Der 45-jährige Stefan Krause werde am 1. Oktober den derzeitigen Finanzchef Anthony di Iorio (64) ablösen, der wie vorgesehen in den Ruhestand gehe. Der Wechsel ist ungewöhnlich.

Stefan Krause wechselt von BMW zur Deutschen Bank. Foto: apLupe

Stefan Krause wechselt von BMW zur Deutschen Bank. Foto: ap

hz/mcs/mwb/HB FRANKFURT/MÜNCHEN. Die Personalie teilte die Deutsche Bank am Donnerstag mit. Bereits zum 1. April werde Krause als Vorstandsmitglied für das größte deutsche Geldhaus arbeiten.

Krause war bis Herbst 2007 bei BMW für das Finanzressort verantwortlich, räumte dann aber seinen Posten, weil der Autobauer mit millionenschweren Währungsbelastungen zu kämpfen hatte. Seither war Krause für das Ressort Marketing und Vertrieb zuständig. Der Aufsichtsrat hat BMW zufolge Krauses Wunsch entsprochen, ihn von seinem Amt freizustellen. Der 45-Jährige war mehr als 20 Jahre bei dem Unternehmen. „Er geht im Guten, nicht im Groll“, betonte ein BMW-Sprecher. BMW-Chef Norbert Reithofer dankte Krause für sein Engagement.

Für seinen überraschenden Abschied nannte Krause in einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Schreiben an die Mitarbeiter persönliche Motive. „Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass dieser Schritt für mich der richtige ist“, hieß es darin. Er habe bei BMW das Rüstzeug erhalten, um den Herausforderungen der neuen Aufgabe gerecht zu werden.

Der Wechsel eines Topmanagers aus der Industrie in die Finanzbranche ist ungewöhnlich.

Neuer BMW-Vertriebschef wird Ian Robertson, bisher Leiter der britischen Tochtergesellschaft Rolls-Royce Motor Cars, teilte der bayerische Autobauer am Donnerstag in München mit.

Krause war vor einiger Zeit auch als Finanzvorstand der Post im Gespräch, blieb aber bei BMW. Im Herbst 2007 hieß es nach der Veränderung bei dem Autobauer: Meistert er die Vertriebsaufgaben, die Norbert Reithofers ambitionierter Absatzplan ihm auferlegen, könnte er mit seinen Erfahrungen im Finanz- und Vertriebsressort Reithofer an der BMW-Spitze beerben. Krause und der heutige Finanzvorstand Michael Ganal waren zuvor beide Reithofers Rivalen im Rennen um den Vorstandsvorsitz von BMW gewesen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Polyglotter Senkrechtstarter

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Ein Armutszeugnis  Artikel in Merkliste

25.07.2008 von Joachim Hofer

Wieder einmal weiß sich Infineon nicht anders zu helfen als Stellen zu streichen. 3 000 Jobs fallen in den nächsten Monaten weg, das ist jeder zehnte Arbeitsplatz in Europas zweitgrößtem Chipkonzern. Dass Infineon schon wieder auf das primitivste Mittel der Kostensenkung zurückgreift, ist ein Armutszeugnis. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Ein klarer Fehlpass  Artikel in Merkliste

25.07.2008 von Thomas Knüwer

Jeder hat ein Recht, die Fussball-Bundesliga vor 20 Uhr frei zu empfangen. So hat es das deutsche Kartellamt entschieden. Zuschauer müssten selbst entscheiden können, wann Sie Fussball sehen möchte, findet dagegen Handelsblatt-Autor Thomas Knüwer. Die beschlossene Regelung sei "krude und unzeitgemäß". Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Wissenstest: Wie China-tauglich sind sie?

Los geht's!Geschäftsbeziehungen nach China werden immer wichtiger. Dabei muss man allerdings einiges beachten. Denn was in Deutschland normal ist kann in China ...
Testen Sie Ihr Wissen in unserem China-Quiz!
Anzeige