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21.12.2006 
Kookmin-Chefin Da Oak Shin

Die lächelnde Vorkämpferin

von Nicole Bastian

Da Oak Shin leitet das Private Banking der Finanzgruppe Kookmin in Seoul, der größten koreanischen Bank. Ihr Erfolgsrezept: Sie setzt auf Teamorientierung und den Aufbau von Loyalität. In der männerdominierten Finanzwelt Sükdkoreas ist die Top-Managerein aber eine große Ausnahme.

Hat sich in der von Männern dominierten koreanischen Finanzwelt durchgesetzt: Kookmin-Chefin Da Oak Shin.Lupe

Hat sich in der von Männern dominierten koreanischen Finanzwelt durchgesetzt: Kookmin-Chefin Da Oak Shin.

SEOUL. Wenn De Oak Shin einen Gedanken zu Ende gesprochen hat, lächelt sie einige Momente lang warm und verbindlich. Vielleicht hat dieses Lächeln Anteil an ihrem Erfolg. „Ich habe meine Mitarbeiter als Führungskraft emotionaler angesprochen als meine männlichen Kollegen“, sagt die 55 Jahre alte Bankerin in ihrem geräumigen Büro zumindest. So habe sie auf Teamorientierung und den Aufbau von Loyalität gesetzt, als davon in koreanischen Managementbüchern noch keine Rede gewesen sei. Von ihrem großen über Eck stehenden Schreibtisch mit den zwei Computermonitoren schaut Shin hinab auf den Seouler Finanzdistrikt Yoido.

Sie hat es geschafft. In der von Männern dominierten koreanischen Finanzwelt ist die zierliche Koreanerin mit dem Kurzhaarschnitt in die Führungsriege der größten Bank des Landes, Kookmin, aufgestiegen. Seit Februar dieses Jahres leitet sie die noch junge Private-Banking-Sparte für betuchte Privatanleger, von der sich Kookmin deutliches Wachstum verspricht. Durch eine Gesetzesänderung wird die Sparte in Korea erst in den kommenden Jahren richtig lukrativ – und der Wettbewerb durch ausländische Anbieter härter. Shin hat sich hohe Ziele gesetzt. Sie will die Marke ihrer Sparte „Gold & Wise“ zur erfolgreichsten in Südkorea machen.

Die Bankenwelt faszinierte Shin schon als Kind. Sie fand die Atmosphäre am Schalter so beeindruckend, dass sie Bankerin werden wollte. Und so bewarb sie sich gleich nach ihrem Pädagogikstudium an der Sookmyung-Frauenuniversität 1973 bei der Korea Housing & Commercial Bank. Im Anstellungsvertrag musste sie unterschreiben, dass sie die Bank verlassen werde, sobald sie heirate. An Beförderungen für Frauen war nicht zu denken. „Das Ganze ergab für mich eigentlich überhaupt keinen Sinn“, sagt Shin heute lächelnd. Aber es sei eben ein Traum gewesen.

Ende der 70er-Jahre dann habe sich die Situation für Frauen gebessert. Die Heiratsklausel verschwand. „Und auch die Bezahlung der Frauen näherte sich der der Männer mehr an.“ Shin nutzte die Chance und kniete sich in die Arbeit. „Es hat mir Spaß gemacht, für die Kunden die richtige Anlagekombination zu suchen. In Korea ist ja das große Thema aller, wie sie sich ihr eigenes Heim finanzieren können.“ Vorbereitung und Sachkenntnis nennt sie noch heute als die wichtigste Voraussetzung für ihren Aufstieg oder den anderer Frauen.

Doch anders als zu ihrer Zeit sieht Shin heute die Chancen für junge Frauen und Männer als weitgehend gleich. Es ist ihrer Meinung nach nur eine Frage der Zeit, bis mehr Frauen in die Führungsetagen aufsteigen. Ein Grund: Im Privatkundengeschäft, das in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen hat, treffen oft die weiblichen Kunden die Finanzentscheidungen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wie sich Shin von Filiale zu Filiale hocharbeitet.

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