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08.01.2007 
Londoner Börsenchefin Clara Furse

Die eiserne Börsenlady

von Michael Maisch

Clara Furse ist die Chefin des Londoner Aktienmarktes. Seit ihrem Amtsantritt vor fünf Jahren stemmt sie sich erfolgreich gegen Übernahmeversuche – sogar zur Weihnachtszeit. Ihre Beharrlichkeit ermöglichte es ihr auch, als erste Frau in eine Männerdomäne einzudringen.

Clara Furse hat als erste Frau den Sprung an die Spitze der Londoner Börse geschafft. (Quelle: dpa)Lupe

Clara Furse hat als erste Frau den Sprung an die Spitze der Londoner Börse geschafft. (Quelle: dpa)

LONDON. Clara Furse kann einem wirklich leid tun. Jahr für Jahr verderben unerwünschte Avancen der Chefin der Londoner Börse LSE das Weihnachtsfest. Dieses Mal war es das feindliche Übernahmeangebot der US-Technologiebörse Nasdaq, das der resoluten Börsenchefin viel Ärger über die Feiertage bescherte. Aber vielleicht hat sich die 49-jährige ja auch schon an Überstunden im Advent gewöhnt, schließlich ist es bereits das dritte Mal. 2004 verdarb Werner Seifert, damals noch Chef der Deutschen Börse, das Fest. 2005 war es der unerwünschte Annäherungsversuch der australischen Bank Macquarie, der die Weihnachtsferien zum Arbeitsurlaub machte.

Die Mutter von drei Kindern hat sich mittlerweile einen Ruf als eiserne Nein-Sagerin erworben. Nasdaq-Chef Bob Greifeld holte sich bereits zum dritten Mal einen Korb. Furse kämpft mit Geschick und Beharrlichkeit eine der längsten Abwehrschlachten der Wirtschaftsgeschichte, bislang zum Segen der Aktionäre. Seit 2004 hat sich der Kurs der LSE verdreifacht.

Trotzdem war Furse immer umstritten. Nachdem ihr Vorgänger Gavin Casey 2001 nach einem gescheiterten Fusionsversuch mit der Deutschen Börse zurücktreten musste, schaffte Furse als erste Frau in der mehr als 300 Jahre langen Geschichte des Londoner Aktienmarktes den Sprung an die Spitze. Für den konservativen Männerclub der City war die Ernennung einer Frau ein extraordinärer Schritt. Bis Mitte der siebziger Jahre durften Frauen noch nicht einmal Mitglieder der Börse werden.

Es war vor allem die vor wenigen Tagen verstorbene Ex-Händlerin Elisabeth Rivers-Bulkeley, die die Männerbastion sturmreif schoss. Beharrlich bewarb sie sich Jahr für Jahr um die Mitgliedschaft, und Jahr für Jahr lehnten die Männer ab, einmal mit der Begründung es gebe keine Damen-Toiletten in der Börse. Erst 1973 erreichte die gebürtige Österreicherin ihr Ziel und das auch nur, weil der Londoner Aktienmarkt mit der Börse Birmingham fusionierte, an der bereits Frauen zugelassen waren.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: „Das war der größte anzunehmende Unfall“

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