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04.02.2008 
Neue Niederlassung in Europa

Wyser-Pratte will „ein paar Leute nervös machen“

von Sönke Iwersen

Der gefürchtete Finanzinvestor Guy Wyser -Pratte (67) eröffnet eine Niederlassung in Europa. "Der genaue Zeitpunkt und Ort steht noch nicht fest, aber wir wollen unsere Aktivitäten in Europa mit einer festen Adresse ausbauen", sagte Wyser -Pratte dem Handelsblatt. Außerdem will er mit einem neuen Fonds "ein paar Leute nervös machen".

Amerikanischer Großaktionär und gefürchteter Investor: Guy Wyser-Pratte. Foto: ArchivLupe

Amerikanischer Großaktionär und gefürchteter Investor: Guy Wyser-Pratte. Foto: Archiv

DÜSSELDORF. Als Partner habe er Patrick Dewez gewonnen, den Mitgründer des Investmentfonds Knight Vinke. Wyser -Pratte kündigte an, für seinen neuen Fonds eine Milliarde Dollar einzusammeln. "Das sollte ein paar Leute nervös machen", sagte der US-Investor. "Wir werden mit vereinten Kräften auf unsere neuen Ziele losgehen. Dewez ist ja nicht irgend jemand."

Dewez war 2003 einer der Gründer von Knight Vinke. Der in Monaco und New York ansässige Fonds ist auf westeuropäische Großkonzerne spezialisiert. Großes Aufsehen erregte Knight Vinke 2004, als er den riesigen Ölkonzern Shell mit einer vergleichsweise winzigen Beteiligung von 70 Millionen Dollar zu einer Umstrukturierung trieb. Derzeit attackiert Knight Vinke die Großbank HSBC. Dewez hatte Knight Vinke 2007 verlassen, um sich neuen Zielen zuzuwenden.

Wyser -Pratte ist in Deutschland bereits gut bekannt. Bei dem Karlsruher Anlagenhersteller IWKA (Heute: Kuka) ließ er seit seinem Einstieg 2003 kaum einen Stein auf dem anderen. Er stieg bei rund zehn Euro ein, heute liegt der Kurs mehr als doppelt so hoch. In der Zwischenzeit gingen auf Druck von Wyser -Pratte sechs Vorstände und der halbe Aufsichtsrat. Beim Bahntechnikhersteller Vossloh machte der Finanzinvestor 2006 innerhalb von drei Monaten 50 Prozent Gewinn.

Weniger Glück hatte Wyser -Pratte in den letzten Jahren mit seinen Engagements bei Babcock und Mobilcom, wo er Millionen verlor. Sein oft rabiates Vorgehen hat viele Kritiker. Obwohl der Investor meist nur mit kleinen Anteilen von drei bis fünf Prozent einsteigt, gelingt es ihm, mit Hilfe von Verbündeten großen Druck auf das Management auszuüben. Derzeit versucht Wyser -Pratte, den Vorstandsvorsitzenden von Tui, Michael Frenzel, aus dem Amt zu drängen. Er wirft ihm mehrjähriges Versagen vor. Neben Tui und Kuka ist Wyser -Pratte derzeit in Deutschland beim Handyausrüster Balda, dem Fotoentwickler Cewe Color und dem Altersheimanbieter Curanum engagiert.

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