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05.05.2008  | Aktualisiert 30.05.2008, 15:55 Uhr 

So ist auch wenig bekannt, welche ausländischen Business School mit deutschen Unternehmen gute Geschäfte machen. Erst wer die Top-Anbieter im europäischen Ausland oder den USA nach Referenzkunden fragt, wird fündig. Und manchmal überrascht. Denn wer hätte beispielsweise vermutet, dass ein hierzulande vom Namen her eher unbekannter Anbieter wie Babson College in Deutschland durchaus aktiv ist: "Wir entwickeln mehr firmenspezifische Programme für deutsche Unternehmen als für Unternehmen aus irgendeinem anderen Land", verriet vor einiger Zeit Babson-Manager Gene Begin dem Handelsblatt und behauptete sogar: "Wir sind bei Siemens einer der größten Dienstleister für Managerfortbildung." Als weitere Kunden in Deutschland nennt Babson Infineon, SAP und Tchibo.

Dabei ist maßgeschneidert nicht maßgeschneidert. So manche Business School erliegt der Versuchung, Unternehmen ein Programm zu verkaufen, das man mehr oder minder ohnehin im Programmangebot hat. Das gilt insbesondere für die heute sehr modischen Leadership-Programme, die man praktisch "von der Stange" einkaufen kann. Doch auch hier gilt: Nur wer weiß, was er genau von einer Business School erwarten kann, kann auch entsprechend verhandeln, und das Management-Know-how abgreifen.

Auch bei der Durchführung, im Business-School-Slang "Delivery" genannt, gibt es spürbare Unterschiede und böse Überraschungen. Beklagt sich ein deutscher Personaler hinter vorgehaltener Hand über eine der renomiertesten US-Business-Schools: "Den Star-Professor, den wir gebucht haben, haben wir in dem ganzen Programm nur einmal gesehen. Die meisten Programmblöcke wurden von Assistant Professors durchgeführt."

Die Unterschiede in der Durchführung zeigen sich auch bei der Frage, ob die Schule in der Lage ist, für multinationale Unternehmen Veranstaltungsblöcke an verschiedenen Punkten der Erde abzuhalten oder ob alle Teilnehmer an den Sitz der Business School reisen müssen. Kein unwichtiges Detail, wenn man die Reisekosten von einhundert oder zweihundert Teilnehmern einrechnen muss.

Realistischerweise können wohl nur zwei, drei Dutzend Business Schools weltweit komplexe Managerfortbildungsprogramme für Unternehmen entwickeln. Die Leistungsunterschiede in der Entwicklung und Durchführung von solchen Programmen, kurzum: die Kundenzufriedenheit, erklären auch, warum die Business Schools, die gewöhnlich auf den einflussreichen MBA-Rankings die vorderen Plätze belegen, nicht automatisch zu den besten Custom-Program-Anbietern zählen.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Eine Frage der Ressourcen

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