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08.05.2008 

Zu einem zeitgemäßen Verständnis von Management gehört dagegen alles, was Unternehmen funktionieren lässt. Man kann auch sagen, Management - zu Deutsch Führung - ist Funktion und Beruf des Gelingens, des Erfolgs und Resultate-Erzielens auch unter komplexesten Bedingungen. Die Kennzeichen der Managementwirklichkeit von heute sind Vernetzung, Dynamik, Nichtlinearität, Undurchschaubarkeit und Unberechenbarkeit. Der erfolgsbestimmende Stoff im Umgang mit solchen komplexen Systemen ist nicht Geld, sondern Wissen; nicht Macht, sondern Information. In solchen Systemen ist fast alles anders als in den vergleichsweise einfachen Systemen des vorigen Jahrhunderts.

Das dafür erforderliche Wissen kommt zum geringsten Teil aus den Wirtschaftswissenschaften, die für die Realität von heutigem Management weitgehend unergiebig sind. Zum Teil sind ihre Theorien schlichtweg falsch und gefährlich, denn das aktuelle Finanzdebakel wurde von ökonomischen Theorien verursacht. Das frühere Monopol der Betriebswirtschaftslehre für die Ausbildung angehender Führungskräfte ist längst obsolet, und die MBA-Programme der letzten zehn Jahre zementierten noch einmal das alte "Scheibenparadigma".

Viele dieser Programme produzieren in Wahrheit wenig mehr als Arroganz. Nämlich stolz zu sein auf das, was man nicht weiß. So gehören die scheinbar unumstößlichen Wahrheiten des MBA-Denkens konventioneller Prägung, man brauche vor allem Finanzkennziffern für die Steuerung von Unternehmen, im Kontext komplexer, dynamischer Systeme zum Lächerlichsten, was je verbreitet wurde. Den kollabierenden Banken hat es an finanziellen Messgrößen ganz sicher nicht gefehlt. Gefehlt hat aber fast alles andere, was richtiges und gutes Management ausmacht.

Moderne, komplexitätsgerechte Managementsysteme haben bemerkenswerte Ähnlichkeiten mit den Regulierungssystemen von Organismen. In gewisser Weise kann man sagen, dass sie Nervensystem und Gehirn von Unternehmen sind. Von diesen natürlichen Vorbildern lässt sich lernen, wie sich Komplexität zum Vorteil nutzen lässt. Der deutsche Biologe Carsten Bresch sagt sinngemäß, dass alle höheren Fähigkeiten nur aus mehr Komplexität resultieren.

Die Naturgesetze des Funktionierens sind für alle Bereiche gültig. Dies entdeckt zu haben, ist die große Leistung der Kybernetik - der Science of Control and Communication, wie ihr Begründer Norbert Wiener sie bezeichnete. Sie können daher für die Gestaltung eines universellen General-Management-Systems genutzt werden, die dem Charakter vernetzter Systeme gerecht werden und die Beherrschung von Komplexität ermöglichen.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Kybernetisches Management-System

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