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08.05.2008 

Um herauszufinden, wer in puncto Führungsfähigkeiten noch Nachholbedarf hat, schickt der Sportartikelhersteller seine angehenden Abteilungsleiter ins so genannte Development Center. Bei dieser eintägigen Veranstaltung, die dem aus Bewerbungen bekannten Assessment-Center ähnelt, müssen die Teilnehmer Businesspläne für Wachstumsmärkte erstellen, sich in Rollenspielen bewähren und Wissenstests bestehen. Ausgewertet werden die Testergebnisse anhand eines Modells, das jeder Hierarchieebene bestimmte Fähigkeiten zuordnet.

So sollte etwa ein Mitarbeiter, der in die Managerebene aufsteigen möchte, Projektteams führen und motivieren können. Darüber hinaus sollte er die Effizienz seiner Mitarbeiter sichern und über den eigenen Verantwortungsbereich hinausdenken. Zeigt ein angehender Abteilungsleiter beim Test diese Fähigkeiten, werden für ihn passende Trainings - etwa im Bereich Leadership - ausgewählt, mit deren Hilfe er den nächsten Spross auf der Karriereleiter erklimmen kann.

Beim Darmstädter Pharmakonzern Merck werden Führungskräfte ebenfalls verstärkt in Sachen Leadership fit gemacht. "Uns ist es sehr wichtig, die Manager von morgen aus den eigenen Reihen zu rekrutieren", sagt Andrea Schäfer, Verantwortliche für Personalentwicklung bei Merck. Die universitäre Ausbildung weise jedoch bei der Mitarbeiterführung große Lücken auf, so die Personalerin. Dieses Defizit behebt das Unternehmen mit der eigenen Nachwuchsförderung, bei der Leadership-Kurse eine wichtige Rolle spielen. "Durch unser Talent Management stellen wir sicher, dass sich aufstrebende Nachwuchskräfte gut weiterentwickeln können und früh Verantwortung übernehmen", berichtet Schäfer. Natürlich gebe es auch Leadership-Trainings für erfahrene Manager. Diese könnten sich durch die Kurse fit halten und neue Führungsansätze kennen lernen.

Wie Merck arbeiten viele Dax-Konzerne beim Leadership-Thema mit externen Fortbildungsanbietern wie den beiden renommierten englischen Instituten, London Business School und Ashridge Business School, zusammen. Der Direktor der britischen Eliteschule Ashridge, Kai Peters, erklärt, warum Leadership-Kurse so wichtig für Großunternehmen geworden sind: "Mit den richtigen Menschen in den richtigen Rollen kann man sehr viel erreichen", sagt Peters. Die Rolle des Leaders sei die des Dieners einer Organisation und nicht die des Alleswissers, Alleskönners oder Alleskontrollierers - das müsse gelernt werden. Zum Beispiel in Rollenspielen und anhand von Fallstudien.

Ebenfalls hoch im Kurs bei den Führungskräfte-Schulungen ist das Thema Change Management. Konzerne wie Allianz, Adidas, Merck, Postbank und Bayer benannten das Veränderungsmanagement als eines ihrer zentralen Fortbildungsthemen. So arbeitet beim Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern Bayer seit über einem Jahr ein Team aus Personalern daran, eigene Fortbildungsangebote im Bereich Veränderungsmanagement zu erstellen.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Training by Project?

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