| HANDELSBLATT, Samstag, 10. Mai 2008, 08:36 Uhr | ||||||||||||||||||||||||
Strategie | ||||||||||||||||||||||||
Lohnender Blick nach vorn | ||||||||||||||||||||||||
Von Bert Fröndhoff | ||||||||||||||||||||||||
Unternehmen holen sich zunehmend Trendforscher in ihre Strategieabteilungen. Es reicht ihnen nicht mehr, sich auf allgemeine Trends zu verlassen. Sie wollen wissen, welche globalen Trends ihr Geschäftsmodell beeinflussen. | ||||||||||||||||||||||||
Professor für Zukunftsforschung – mit diesem Titel schmücken sich wohl nur wenige Wissenschaftler auf der Welt. Markku Wilenius besitzt diesen Titel, mit dem er sozusagen verspricht, dass er weiß, was der Welt so bevorsteht. Bis Oktober vorigen Jahres lehrte der 45-Jährige Finne an der Turku School of Economics. Seit Anfang Dezember steht er aber in Diensten der Münchener Allianz SE: Der Versicherungskonzern hat den renommierten Klima- und Zukunftsforscher als Senior Vice President angeheuert. Er soll dem Vorstand helfen, globale Trends früher zu erkennen und die Strategie besser und schneller auf Chancen und Risiken auszurichten. Das Engagement des Professors für Zukunftsforschung ist eines des prägnantesten Beispiele dafür, dass die deutschen Unternehmen kräftig ins Trend- und Zukunftmanagement investieren. Einst rümpften viele Manager bei diesem Thema die Nase und taten es lästernd als „sinnlosen Blick in die Kristallkugel“ ab. Das hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Grund ist die Globalisierung: „Das Umfeld der Unternehmen ist viel komplexer und unsicherer geworden“, sagte Pero Micic, Chef der Unternehmensberatung Future Management Group, auf einer Euroforum-Tagung zum Thema Zukunftsmanagement. Zudem seien sie mehr denn je darauf angewiesen, gegen die aufstrebenden Wettbewerber einen Vorsprung herauszuarbeiten – etwa durch schnellere Innovationen, die die sich abzeichnenden Trends passgenau abbilden oder sogar vorempfinden. Deswegen haben viele Firmen neue Strategieabteilungen geschaffen, die sich mit diesem Thema befassen – sie zapfen externes Wissen aus aller Welt an und immer mehr große Konzerne holen dafür Experten wie Markku Wilenius. Ihr Job ist es nicht, die Zukunft vorauszusagen. Sie sollen prüfen, ob die Firmen auf dem richtigem Kurs sind. „Jeder Strategie liegen unbewusst Annahmen über die weitere Entwicklung zu Grunde“, erläutert Micic. Mit Hilfe von Zukunftsmanagement können Firmen diese Annahmen deutlich machen – und prüfen, wie solide diese sind. Lesen Sie weiter auf Seite 2: Manche Teams spielen Krieg. | ||||||||||||||||||||||||
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