Das führt direkt zu seinem zweiten zentralen Ansatz in dem Strategiebuch: Weil die Kernprodukte vor allem in gesättigten Märkten immer ähnlicher werden, sind zusätzliche Dienstleistungen gefragter denn je. Manche Unternehmen im High-Tech-Sektor und Maschinenbau verdienen zunehmend und vor allem konstanter mit den verbundenen Services, statt nur das reine Produkt zu verkaufen. Ein solches Leistungsbündel aus Produkt und Service bietet aus Sicht Wildemanns nicht nur Wachstumschancen, sondern ermöglicht auch eine stärkere Kundenbindung – es ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal für Unternehmen im internationalen Wettbewerb.
Grundlage für diese Strategie sei Führung: Scheinbar lückenlos legt Wildemann dar, wie eine Organisation, die alle ihre Mitarbeiter ernst nimmt und an der Problemlösung beteiligt, große Wettbewerbsvorteile entwickelt. Wildemann nennt beispielhaft seine „Genesis-Methode“, eine Art Crash-Kurs für schnelle Prozessoptimierung.
Quellen dieser Strategien finden sich vor allem in Japan: Wildemann ist bis heute ein großer Fan des Toyota-Prozesses und schreibt von Taguchi-Methode oder Poka-Yoke-Prinzipien. Fremde Autoren nennt er im Anmerkungsapparat des Buchs keine. Stattdessen bietet er 70-mal sich selbst. Aber vielleicht ist das ja auch alles, was man braucht.
