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HANDELSBLATT, Dienstag, 5. Februar 2008, 15:56 Uhr
Business-Wissen

Öko macht sich bezahlt

Von Bert Fröndhoff

Mit den Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit lässt sich aktuell häufig punkten. Doch zahlt sich ökologisches Engagement für die Unternehmen auch wirtschaftlich aus? Eine Studie der Management-Schule WHU sagt ja – und benennt direkt mehrere Vorteile.


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Umweltfreundlich zu sein und die Mitarbeiter gut zu behandeln ist derzeit in der Unternehmenswelt schwer angesagt. Unter Stichwörtern wie Nachhaltigkeit oder – ein wenig wichtiger und internationaler klingend – „Corporate Social Responsibility“ starten viele Firmen solche Programme. Dem Trend kann sich kaum ein Unternehmen entziehen, allein aus Marketing- und Imagegründen. Doch zahlt sich das neue Ökobewusstsein für die zahlenorientierten Manager wirklich aus?

Durchaus, lautet die Antwort in einer neuen Untersuchung der WHU Otto Beisheim School of Management aus Vallendar am Rhein. Die Wissenschaftler vom dortigen Lehrstuhl für Internationales Management & Beschaffung untersuchten mehr als 200 Großunternehmen und befragten deren Führungskräfte. Ergebnis: Es lässt sich ein starker Zusammenhang zwischen Rentabilität eines Unternehmens und seinem Engagement in sozialen Fragen und Umweltaspekten feststellen.

Sieben Kriterien wurden angelegt: Emissionsvermeidung, umweltfreundliche Produktionstechnik, umweltbewusster Einsatz von Rohstoffen und Vorprodukten, Arbeitssicherheit, Förderung der Mitarbeiter, Unterstützung von Gemeinden am Standort und verantwortliches Lieferantenmanagement. Zudem wurden die Firmen nach Branchen aufgeteilt.

Es zeigte sich, dass jeweils das Drittel mit den höchsten Umsatzrenditen das höchste Engagement in den sieben Nachhaltigkeitsgebieten aufwies. Auch wenn es um Image, Mitarbeiterbindung und operative Leistung geht, schnitten die engagiertesten Unternehmen am besten ab. „Soziale Verantwortung hat einen starken Einfluss auf die Attraktivität als Arbeitgeber“, sagt Lutz Kaufmann, Studienleiter an der WHU.

Nachhaltiges Wirtschaften zahle sich auch bei Engagements in Schwellenländern aus, heißt es in der Untersuchung weiter. Etwa bei der Auswahl der Zulieferer. Die WHU gibt als Beispiel das Konzept des Sportartikel- und Lifestyleunternehmens Puma, mit dem die Firma regelmäßig ihre weltweiten Zulieferer bewertet und über die weitere Zusammenarbeit entscheidet. Dies habe nicht nur das Image, sondern auch die Qualität der Produkte verbessert.

Nachhaltigkeit sollte wichtiger Baustein der Unternehmensstrategie sein, empfiehlt Kaufmann. Doch der Druck auf Unternehmen, entsprechend zu wirtschaften, kommt noch immer nicht von den Managern selbst, sondern von außen. Das zeigt eine ebenfalls neue Studie, die die Europäische Union mit führenden Business-Schools unter dem Titel „Response“ erstellt hat. Danach sind nur ein Sechstel der Manager tief davon überzeugt, dass Unternehmen wirklich eine Verantwortung für die Lösung sozialer Probleme haben. Hingegen sind ein Drittel der sogenannten Stakeholder davon fest überzeugt – zu ihnen zählen die Beschäftigten, Aktionäre, Kunden und Nichregierungsorganisationen.


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