Bereits 2001 und 2003 führte Wuppertal die Rangliste an. Nur knapp dahinter landet in diesem Jahr die Universität Potsdam, die ihre angehenden Gründer in ein viertägiges Assessment Center schickt, um deren Motivation und die Geschäftsidee zu prüfen.
Für die Studie hat Schmude die Existenzgründungsangebote an 65 Universitäten untersucht. Das Gesamturteil ergibt sich aus acht Kategorien. Das größte Gewicht haben dabei die Vielfalt und der Umfang der Gründungsausbildung während des Studiums, die "Entrepreneurship Education". Hinzu kommt die Mobilisierung von Studenten und Lehrpersonal.
Tabelle: Die besten Unis für zukünftige Gründer
Da es mittlerweile an vielen Hochschulen Veranstaltungen für zukünftige Gründer gibt, wurde in diesem Jahr die Systematik der Analyse leicht verändert. "Wir haben stärker die Faktoren Umfang, Vielfalt und Qualität gewichtet. Die bloße Existenz von Institutionen reicht nicht mehr aus", sagt Schmude.
Deshalb haben jene Hochschulen deutlich an Punkten verloren, die sich im Wintersemester 2006/2007 und im Sommersemester 2007 nicht oder kaum weiterentwickelt haben. Die Uni Kassel ist etwa von Platz acht auf Platz 32 abgerutscht. In Zukunft müssen Hochschulen laut Schmude stärker darauf setzen, Studenten verschiedener Fachrichtungen zusammenzubringen. "Businessplanseminare eignen sich gut dazu, Naturwissenschaftler und Betriebswirte in kleinen Gruppen miteinander arbeiten zu lassen. Dieses Matching setzt sich langsam durch", sagt der Wissenschaftler.
Auch die Universität Potsdam will das Angebot für ihre Gründer weiterentwickeln. Das "Centrum für Entrepreneurship und Innovation" (CEIP) will sich 2008 verstärkt auf Patente konzentrieren. "Statt Patente zu verkaufen oder zu lizensieren, müssen unsere Studenten stärker darüber nachdenken, sich mit diesem Wissensvorsprung selbstständig zu machen", sagt Dieter Wagner, Institutsleiter des CEIP. "Die Gründungsprojekte werden immer anspruchsvoller - da müssen die Universitäten mithalten."
