Anlass der Handelsblatt-Umfrage ist das provokante Positionspapier des deutschen Ökonomen Harald Uhlig, der jüngst von der Berliner Humboldt-Universität nach Chicago wechselte. Darin rechnet der Top-Forscher gnadenlos mit den Schwächen des deutschen Hochschulwesens ab - und propagiert die Gründung einer autonomen Elite-Fakultät, die außerhalb des deutschen Universitätsrechts steht.
Das Handelsblatt wollte wissen, was andere führnde Ökonomen von der Analyse und den Lösungsvorschlägen halten - und stellte rund 20 Wissenschaftlern fünf identische Fragen.
Teilen Sie die Analyse von Harald Uhlig zur derzeitigen Situation der deutschen VWL-Fakultäten?
Matthias Döpke (University of California, Los Angeles): Das Uhlig-Programm trifft den Nagel auf den Kopf. Weiter...
Wie beurteilen Sie den Lösungsvorschlag von Uhlig? Wo sehen sie Stärken und Schwächen der Idee?
Axel Ockenfels (Köln): Eine Institution, wie Harald Uhlig sie skizziert, würde die Forschung zweifellos stärken und gute Leute zurückholen. Aber ich sehe auch Schwächen. Weiter...
Glauben Sie, dass ein Fachbereich mit den von Uhlig skizzierten Bedingungen international wettbewerbsfähig wäre und ein attraktiver Arbeitgeber für internationale Top-Ökonomen wäre?
Albrecht Ritschl (London School of Economics): Ja. Immer wieder werde ich auf Tagungen in Amerika von jungen, aber auch von prominenten, nicht mehr so jungen Deutschen angesprochen, die die Chancen auf eine Rückkehr ausloten. Weiter ...
Stellen Sie sich vor, dieser Fachbereich würde existieren und Ihnen eine Stelle als "tenured Professor" anbieten. Was würden Sie tun? Klaus M. Schmidt (München): Ein solches Angebot... Weiter...
Wie beurteilen Sie die Umsetzungschancen des Konzepts?
Matthias Sutter (Innsbruck): Ich denke, dass es eigentlich nicht am Geld scheitern würde. Weiter ...