Schon kleine ökonomische Schwierigkeiten reichen dann aus, um die ersten Kredite zum Platzen zu bringen – und eine Abwärtsspirale in Gang zu setzen. „Es ist eindeutig, dass der Subprime-Krise ein Ponzi-artiges Finanzschema und immer kleinere Sicherheitspuffer vorausgingen“, so Kregel. Allerdings sei dafür ein ganz anderer Mechanismus verantwortlich als der, den Minsky beschrieben hat. Daraus folge, dass die Krise anders verlaufen dürfte als Finanzkrisen in der Vergangenheit.
Denn Kern der derzeitigen Probleme seien Fehlentwicklungen bei strukturierten Finanzprodukte, in denen Kredite gebündelt und an Investoren weiter gereicht werden – die inzwischen berüchtigten „Collateralized Debt Obligations“. Die Banken verdienten bei diesen Kreditderivaten ihr Geld dabei nicht mehr durch Zinsdifferenzen, sondern mit Gebühren, die sie durch die Konzeption und Weiterverkauf der verbrieften Kredite einnahmen.
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„Derjenige, der den Kredit bewertet, ist dabei nicht dafür verantwortlich, die Kreditwürdigkeit des Schuldners zu bewerten“, beschreibt Kregel das Grundproblem. Dies habe zu systematische Fehlern bei der Beurteilung von Ausfallwahrscheinlichkeiten geführt. „Risiken wurden unterbewertet und waren zu billig“ – dies habe dazu geführt, dass auf dem Markt zu viele Risiken eingegangen wurden. Die lange Zeit stark steigenden Immobilienpreise hätten diese Probleme eine ganze Weile verschleiert. Eine wichtige Lehre aus der Misere sei, dass die Banken- und Finanzmarktaufsicht in den Vereinigten Staaten reformiert werden müsse – nötig sei eine weit strengere Aufsicht bei strukturierte Finanzprodukten.
„Die erste große Finanzkrise des 21. Jahrhunderts hat mit esoterischen Finanzinstrumenten zu tun, laienhaften Regulierungsbehörden und unberechenbaren Investoren“, schreiben auch Carmen Reinhart (Maryland) und Ken Rogoff (Harvard). Gleichzeitig folge die Krise auch alten Mustern. Wie in der Vergangenheit seien vor dem Crash Vermögenswerte stark gestiegen, auch mit Blick auf Konjunktur-Muster und Leistungsbilanzdefizite gebe es Parallelen.
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