Konjunktur + ÖkonomieHandelsblatt-IndikatorenArchiv
WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
HANDELSBLATT, Mittwoch, 10. Oktober 2007, 10:28 Uhr
Handelsblatt-Barclays-Indikator

Wirtschaft gewinnt im dritten Quartal an Schwung

Die deutsche Wirtschaft dürfte nach dem schwachen zweiten Quartal im laufenden dritten deutlich an Stärke zulegen. Das sagt der Handelsblatt-Barclays-Indikator vorher: Das Barometer prognostiziert für das dritte Quartal einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.



Handelsblatt-Barclays-Indikator: BIP in Deutschland. Grafik: Handelsblatt
Bild vergrößernHandelsblatt-Barclays-Indikator: BIP in Deutschland. Grafik: Handelsblatt

doh FRANKFURT. Im zweiten Vierteljahr war die deutsche Wirtschaft um 0,3 Prozent gewachsen. Auch für die Euro-Zone sagt der Indikator von Barclays Capital ein Wachstum von 0,7 Prozent im dritten Quartal vorher.

„Die Hauptantriebskraft der deutschen Wirtschaft ist auch im laufenden Quartal wieder einmal der Produktionssektor“, sagt Julian Callow, Europa-Chefvolkswirt der Investmentbank. Die Herstellung im produzierenden Gewerbe hatte nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums im August preis- und saisonbereinigt um 1,7 Prozent im Vormonatsvergleich zugenommen. Laut Callow deutet das darauf hin, dass die Spannungen auf den Finanzmärkten die deutsche Industrie bislang offenbar nicht beeinträchtigen.

Für das gesamte Quartal rechnet Barclays Capital mit einem Zuwachs der Industrieproduktion, ohne Bau, um 1,8 Prozent im Quartalsvergleich. Ein Anzeichen dafür, dass die deutsche Wirtschaft im laufenden Vierteljahr expandiert, liefern den Ökonomen zufolge Daten über Auto-Neuzulassungen. Sie gehen davon aus, dass die Zahl der Autoregistrierungen im dritten Quartal saisonbereinigt um rund zwei Prozent im Vorquartalsvergleich zulegen werden. Das deute darauf hin, dass der private Konsum in diesem Quartal ansteigen dürfte.

Barclays
Chart: Barclays
Analystenmeinung

Mit ihrer Wachstumsprognose für das aktuelle Quartal ist Barclays Capital zwar etwas optimistischer als die Mehrheit der Volkswirte, die mit einem BIP-Zuwachs von bis zu 0,6 Prozent rechnen. Einig sind sich die Volkswirte aber in der Vorhersage, dass die Monate Juli bis September stärker ausfallen werden als die vorangegangenen Monate.

Die am gestrigen Dienstag veröffentlichten Außenhandelsdaten bestätigten sie darin: Trotz des starken Euro legten die Ausfuhren im August im Vormonatsvergleich um 3,0 Prozent zu, die Einfuhren um 5,6 Prozent. Das meldete das Statistische Bundesamt basierend auf vorläufigen Daten. „Die schwache US-Wirtschaft wird von der Exportnachfrage der Schwellenländer in Asien oder dem Mittleren Osten mehr als kompensiert“, sagt Callow von Barclays Capital.

Für das laufende Gesamtjahr prognostiziert die britische Investmentbank ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent für Deutschland. Sollte das vierte Quartal schwächer ausfallen, würde das Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr nur noch um bis zu 2,25 Prozent zulegen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Kreisen zufolge nach der jüngsten Finanzmarktkrise seine Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft und die wichtigsten Industriestaaten für 2008 dagegen gesenkt. In seinem jüngsten World Economic Outlook (WEO) erwarte der IWF nunmehr für 2008 ein Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 4,8 Prozent und damit 0,4 Prozentpunkte weniger als im Juli.

Auch für Deutschland erwartet der IWF den Angaben zufolge ein BIP-Zuwachs von zwei Prozent statt wie bisher prognostiziert 2,4 Prozent. Offiziell legt der IWF seinen Weltwirtschaftsausblick erst am Mittwoch kommender Woche bei einer Jahrestagung vor.


WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
Weitere News und Tools
Weitere News sowie Tools zu dieser Rubrik finden Sie hier

MEHR ARTIKEL AUS DER RUBRIK:

Exklusivmeldung Wirtschaft startet kraftvoll ins Jahr(09.03. 15:17)
Artikel Exportweltmeister Deutschland erhöht sein Tempo noch einmal (11.02. 12:02)
Artikel Wirtschaft startet nur langsam durch (10.01. 09:32)
Artikel Deutsche Konjunktur fällt zurück(11.12. 09:35)
Artikel Konjunktur-Absturz nicht in Sicht(12.11. 08:30)

Suche im Web:


Seitenanfang


Homepage | Site Map | Hilfe | FAQ | Kontakt | Partnerprogramm | Mediadaten

Abo | Bücher | Veranstaltungen | Webtipps

WACHSTUMSPROGNOSEN
DeutschlandDeutschlanddie Wachstumsprognosen für Euro-Zonedie Wachstumsprognosen für USAdie Wachstumsprognosen für Japan
Veränderung des realen BIP zum Vorjahr in %
20092008
Consensus Economics1,81,7
EU-Kommission1,51,8
Frühjahrsgutachten der Institute1,41,8
IWF1,01,4
Bundesregierung1,21,7
OECD2,1
Sachverständigenrat1,9
ARBEITSMARKT DEUTSCHLAND
Apr 08Mär 08Feb 08
Arbeitslose in Mill.3,4143,5073,617
Arbeitslosenquote in %8,18,48,6
Soz.vers.pfl. Beschäftigte in Mill.27,151
Erwerbstätige in Mill.39,92539,789
» alle Daten
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Destatis, Bundesbank
STIMMUNG DEUTSCHLAND
Mai 08Apr 08Mär 08
Ifo-Klima102,4104,8
- Ifo-Erwartungen96,898,4
- Ifo-Lage108,4111,5
ZEW-Index-40,7-32,0
GfK-Konsumklima5,94,84,5
» alle Daten
Ifo-Klima 1)
FAKTEN
DeutschlandDeutschlanddie Fakten für Euro-Zonedie Fakten für USAdie Fakten für Japan
Mär 08Feb 08Jan 08Dez 07
Industrieproduktion, % zum Vormonat-0,50,21,41,5
Auftragseingang Gesamt, % zum Vormonat-0,6-0,6-0,7-1,2
Q1 2008Q4 2007Q3 2007Q2 2007
BIP-Wachstum, % zum Vorquartal1,50,30,70,2
2008200720062005
Haushaltssaldo in % des BIP0,10,0-1,6-3,4
» alle Daten
Haushaltssaldo 2008: Prognose der OECD
Quelle: Bundesbank, Destatis, Ifo, OECD
LEITZINSEN IN %
RegionZinssatzLetzte
Änderung
Euro-Zone4,00stabil
USA2,00gefallen
Großbritannien5,00gefallen
Japan0,50stabil
» Mehr zur Geldpolitik im ECB Shadow Council
Quelle: EZB, FRS, BoE, BoJ
AUSSENWIRTSCHAFT
ArtikelFinanzkrise belastet Indien-Geschäft
ArtikelImporte aus China fast verdreifacht
ArtikelMerkel lenkt den Blick auf Lateinamerika
WICHTIGE KONJUNKTUR-LINKS
WEB-LinkBundesagentur für Arbeit
WEB-LinkBundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI)
WEB-LinkDeutsche Bundesbank
WEB-LinkDeutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)
WEB-LinkEuropäische Zentralbank (EZB)
WEB-LinkEurostat
WEB-LinkHamburgisches Welt-Wirtschafts-Institut (HWWI)
WEB-LinkIfo-Institut für Wirtschaftsforschung
WEB-LinkInstitut der deutschen Wirtschaft (IW)
WEB-LinkInstitut für Weltwirtschaft (IfW)
WEB-LinkInstitut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)
WEB-LinkInstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA)
WEB-LinkRheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung (RWI)
WEB-LinkSachverständigenrat
WEB-LinkStatistisches Bundesamt
WEB-LinkVerein für Socialpolitik
WEB-LinkZentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW)

Handelsblatt.com
VideoAudioMobilJobsNewsletterForumWeblogShopArchiv / wirtschaftspresse.bizAbo / Leserservice
Update 2008

Ranking: Die besten deutschen Ökonmen im Ausland
Top-Fakultäten

Interaktive Grafik: Die besten Adressen für VWL.
Indikator

Wie sich die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal entwickelt.
VorschauVorschau

Alle wichtigen Termine für die Wirtschaft im Überblick