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HANDELSBLATT, Donnerstag, 10. Januar 2008, 09:32 Uhr
Handelsblatt-Barclays-Indikator

Wirtschaft startet nur langsam durch


Nur langsam dürfte die deutsche Wirtschaft zu Jahresbeginn an Fahrt gewinnen, wie der Handelsblatt-Barclays-Indikator prognostiziert. Für das Schlussquartal 2007 rechnen die Experten mit schwachen Wachstumsdaten. Schuld daran ist auch der Streik der Lokführer.



2008 beginnt für die deutsche Wirtschaft mit einem Wachstum von 0,35 Prozent. Grafik: HB
Bild vergrößern2008 beginnt für die deutsche Wirtschaft mit einem Wachstum von 0,35 Prozent. Grafik: HB

FRANKFURT. Die deutsche Wirtschaft dürfte nach einem schwunglosen Schlussquartal 2007 zu Beginn dieses Jahres an Fahrt gewinnen – allerdings nur sehr leicht. Der Handelsblatt-Barclays-Indikator für Deutschland zeigt für das erste Quartal einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 0,35 Prozent im Vorquartalsvergleich an. Für das vierte Quartal 2007 sagt das Barometer, das die Investmentbank monatlich für das Handelsblatt berechnet, weiterhin eine deutliche Abschwächung des Wirtschaftswachstums auf 0,25 Prozent voraus, nachdem die hiesige Wirtschaft im dritten Quartal mit 0,7 Prozent gewachsen war.

Die Wirtschaft könnte sich sogar noch schwächer entwickeln, wenn die Dezemberdaten nicht besser ausfallen als die des Novembers. „Die Risiken nach unten haben zugenommen“, sagte Nick Matthews von Barclays Capital mit Blick auf schwache Novemberwerte. Sowohl die Industrieproduktion als auch die Einzelhandelsumsätze hatten sich im November rückläufig entwickelt. Der Außenhandel hatte zwar zugelegt, allerdings das dritte Mal in Folge nur schwach.

Barclays
Chart: Barclays
Analystenmeinung

Trotz guter Auftragslage hat das produzierende Gewerbe im November preis- und saisonbereinigt 0,9 Prozent weniger hergestellt als im Vormonat, meldete das Bundeswirtschaftsministerium basierend auf vorläufigen Daten. Im Oktober war der Sektor um revidiert 0,1 Prozent gewachsen.

Die schwache Produktionsentwicklung könnte den Barclays-Experten zufolge von ungünstigen Kalendereffekten und den Streiks der Bahn beeinflusst worden sein. „Der unterliegende Trend allerdings hat sich klar verlangsamt“, kommentierte Matthews. Da die deutsche Industrie im Oktober und November jeweils ein sattes Auftragsplus verbucht hat, prognostiziert die Bank, dass die Produktion im Dezember wieder höher ausfallen dürfte.

Für den aktuellen Rückgang sorgten alle drei Wirtschaftsbereiche: Die Erzeugung im Bauhauptgewerbe ging um 0,7 Prozent zurück, die Produktion in der Industrie um 0,9 Prozent und der Ausstoß im Energiebereich um 1,6 Prozent. Aus Sicht des Ministeriums bleibt offen, „inwieweit es durch den Streik im Güterverkehr im November zu Produktionsausfällen kam und so das Ergebnis zusätzlich belastet wurde“.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wies sich der Einzelhandel entwickelt


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