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HANDELSBLATT, Montag, 11. Februar 2008, 12:02 Uhr
Deutsche Konjunktur

Exportweltmeister Deutschland erhöht sein Tempo noch einmal


Einem schwachen Jahresende folgt ein solider Jahresauftakt. So lässt sich zumindest die aktuelle Prognose des Handelsblatt-Barclays-Indikators für die deutsche Konjunktur zusammenfassen. Nach einem schwachem Jahresende erwartet der Handelsblatt-Barclays-Indikator eine Beschleunigung.


FRANKFURT. Das Barometer sagt für das erste Quartal 2008 einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 0,45 Prozent im Vorquartalsvergleich vorher - nach gerade einmal 0,2 Prozent im vierten Quartal 2007. Für das laufende Gesamtjahr liegt die Prognose bei 1,7 Prozent.

Die Konjunkturexperten von Barclays Capital berechnen den Indikator monatlich exklusiv für das Handelsblatt und haben das Ziel, das aktuelle Wirtschaftswachstum deutlich vor der amtlichen Statistik zu beziffern. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht eine vorläufige Wachstumsrate rund sechs Wochen nach Ablauf eines Quartals - für das vierte Quartal werden die Wachstumsraten am Donnerstag bekannt gegeben.

Den unterliegenden Wachstumstrend halten die Barclays -Experten zu Jahresbeginn zwar für schwach - das zeige die geringe Zuversicht und Aktivität im Servicesektor. Das Wachstum werde aber im ersten Quartal zeitweise durch einen starken Anstieg der Anlageinvestitionen getrieben. Mit entscheidend dafür sei das ungewöhnlich milde Wetter im Januar. Der private Konsum dürfte sich in einem Umfeld schwachen Konsumvertrauens und erhöhter Inflation dagegen nur schleppend entwickeln, nach einem vermutlich starken Schlussquartal.


Tabelle  Infografik: Handelsblatt Barclays-Indikator.


Ausschlaggebend für die Schwäche der deutschen Wirtschaft am Jahresende waren mehrere Ursachen: Das produzierende Gewerbe hatte im Dezember zwar mehr erzeugt als im Vormonat (0,8 Prozent), teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag mit. Im gesamten vierten Quartal erhöhte sich die Erzeugung gegenüber dem Vorquartal aber nur um 0,5 Prozent und damit deutlich schwächer als im Durchschnitt der drei Vorquartale mit rund 1,5 Prozent.

Auch der Außenhandel entwickelte sich am Jahresende schwach: Die Ausfuhren sanken gegenüber November um 1,2 Prozent, wohingegen die Einfuhren um 5,3 Prozent zunahmen.


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