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04.10.2007 
Zinsentscheid

Trichet verkneift sich das Schlüsselwort

Wegen der Unsicherheiten an den Finanzmärkten hat die Europäische Zentralbank erneut auf eine Zinserhöhung verzichtet. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet vermied zudem einen klaren Hinweis auf den künftigen Kurs der Notenbank. Ein entscheidenens Schlüsselwort fiel nicht.

EZB-Chef Jean-Claude Trichet: 'Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität begegnen.' Foto: dpaLupe

EZB-Chef Jean-Claude Trichet: 'Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität begegnen.' Foto: dpa

HB FRANKFURT/WIEN. Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt den weiteren Kurs ihrer Zinsentscheidungen offen. „Es ist notwendig, weitere Informationen und Daten zu sammeln, bevor wir Schlussfolgerungen für die weitere Geldpolitik ziehen können“, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet nach der Ratssitzung in Wien. Die Aussichten für die Wirtschaft seien wegen der Finanzmarktkrise unsicherer geworden und es gebe mehr Inflationsgefahren.

Trichet machte deutlich, dass die Währungshüter immer noch bereit sind, mittelfristig mit einer weiteren Zinserhöhung die drohende Inflation zu bekämpfen. „Unsere Geldpolitik steht bereit, Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität zu begegnen“, sagte er.

Die Währungshüter hatten den Schlüsselzins für Kredite an Geschäftsbanken bei vier Prozent belassen. Trichet begründete dies damit, dass die Bank zunächst mehr Informationen zu den Folgen der Finanzmarktturbulenzen abwarten wolle. Trichet verzichtete zunächst auf das Schlüsselwort, dass die Geldpolitik „immer noch eher akkommodierend“ sei, also die Wirtschaft stütze.

Die Entscheidung der EZB kommt für die Finanzmärkte nicht überraschend, denn Analysten hatte mit einer Zinsänderung gerechnet. Bereits Anfang September hatte die EZB auf ihre ursprünglich signalisierte Zinserhöhung wegen der Unsicherheiten an den Märkten verzichtet.

Wegen des wirtschaftlichen Umfelds erwarten ohnehin nur noch wenige Experten in diesem Jahr eine Zinserhöhung der EZB. Grund dafür sind der Euro-Höhenflug, gestiegene Marktzinsen und die Teuerungsrate. Sie war im September erstmals seit einem Jahr wieder über die Marke von zwei Prozent geklettert, während die EZB ihr wichtigstes Ziel - die Preisstabilität - bei Werten knapp darunter gewährleistet sieht.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Analysten erwarten keine weiteren Zinserhöhungen

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