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08.04.2008 
Instituts für Wirtschaftsforschung

Immer mehr Menschen benötigen Zweitjob

Immer mehr Arbeitnehmer benötigen nach Ansicht des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) künftig einen Zweitjob, um den Lebensunterhalt zu finanzieren. Betroffen seien vor allem Menschen mit geringer Qualifikation. Mit Blick auf die Veränderung im gesellschaftlichen Leben sieht das IWH auch Chancen durch Zweitjobs.

HB HALLE. „Von rund 30 Millionen abhängig Beschäftigten in Deutschland geht heute schon etwa eine Million regelmäßig zusätzlich zu ihrer eigentlichen Arbeit einer weiteren Beschäftigung nach“, sagte der Arbeitsmarktexperte des Instituts, Herbert Buscher, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Die Tendenz wächst.“

Hinzu kämen rund 700 000 Frauen und Männer, die unregelmäßig Nebenjobs ausüben. „Angesichts der hohen Lebenshaltungskosten und der doch sehr moderaten Einkommenserhöhungen ist das kein Wunder.“ Betroffen seien vor allem Menschen mit geringer Qualifikation.

„Normalerweise sollte es auch bei einfachen Tätigkeiten so sein, dass der Verdienst ausreicht, um davon leben zu können. In der Realität von Familien oder Alleinerziehenden ist das aber nicht so, vor allem, wenn die Kinder länger in der Ausbildung sind oder gar keine haben“, sagte Buscher. „Je höher qualifiziert ein Arbeitnehmer ist, desto weniger dringlich ist es allerdings, einen Zweitjob anzunehmen, um seinen Lebensstandard halten zu können“, sagte er auch mit Blick auf die Höhe des Einkommens entsprechend der Ausbildung.

Bundesregierung, Wirtschaft und Gewerkschaften halten angesichts neuer Arbeitsplätze, Reformen und Investitionen in Bildung, Forschung und Umwelt die Vollbeschäftigung in Deutschland in den nächsten Jahren wieder für möglich.

Buscher sieht vor dem Hintergrund von Veränderungen im gesellschaftlichen Leben auch Chancen und neue Betätigungsfelder durch Zweitjobs. „Längere Ladenöffnungszeiten oder neue Tourismusfelder können dazu führen, dass mehr Menschen, wenn auch befristet, wieder eine Arbeit bekommen, die ansonsten womöglich gar keine Arbeit finden würden.“

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