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HANDELSBLATT, Donnerstag, 8. Mai 2008, 14:13 Uhr
Anzeichen für Konjunkturabkühlung

Deutscher Exportmotor gerät ins Stocken

In der deutschen Wirtschaft mehren sich die Anzeichen für eine Konjunkturabkühlung. Mit den Exporteuren und der Industrie schwächelten im März die beiden langjährigen Stützen des Aufschwungs.


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Exporteure und Industrie schwächeln im März. Bild: HB
Exporteure und Industrie schwächeln im März. Bild: HB

HB BERLIN. Wegen der sinkenden Nachfrage auf ihrem wichtigsten Absatzmarkt Europa verkauften die Unternehmen nur noch 0,2 Prozent mehr ins Ausland als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Januar und Februar hatte es noch jeweils ein Plus von knapp neun Prozent gegeben. Im Vergleich zum Vormonat schrumpften die Ausfuhren kalender- und saisonbereinigt sogar unerwartet um 0,5 Prozent.

„Trotz der schwachen Zahlen ist es verfrüht, von einem fortdauernden Einbruch zu sprechen“, sagte der Präsident des Bundesverbandes Groß- und Außenhandel (BGA), Anton Börner.

Der BGA sagt für das Gesamtjahr einen Exportzuwachs von rund fünf Prozent voraus nach rund 8,5 Prozent 2007. Im ersten Quartal lagen die Ausfuhren mit 5,8 Prozent noch darüber. Grund für die Schwäche im März ist die geringere Nachfrage aus den EU-Ländern, dem mit Abstand wichtigsten Markt für deutsche Exporteure. Sie erlösten hier 1,5 Prozent und in den Euro-Ländern sogar 2,7 Prozent weniger als vor Jahresfrist.

Experten erklären dies mit der deutlichen Konjunkturabkühlung bei wichtigen Handelspartnern wie Italien und Spanien. „Das bekommen die Exporteure zu spüren“, sagte Commerzbank-Ökonom Matthias Rubisch. Außerhalb Europas legten die Ausfuhren um 3,5 Prozent zu. „Vor dem Hintergrund des hohen Eurokurses ist dies besonders bemerkenswert“, sagte BGA-Chef Börner.

Insgesamt verkauften die Exporteure Waren im Wert von 84 Milliarden Euro. Die Importe stiegen gleichzeitig um 3,3 Prozent auf 67,3 Milliarden Euro und kletterten im Vergleich zum Vormonat um 0,8 Prozent. Weil auch im gesamten ersten Quartal die Einfuhren stärker stiegen als die Ausfuhren, dürfte der Außenhandel das Wirtschaftswachstum gebremst haben. Ökonomen sehen in den wachsenden Importen aber auch ein Signal für eine stärkere Inlandsnachfrage. „Das zeigt, dass die Binnenkonjunktur angezogen hat“, sagte Commerzbank-Experte Rubisch.

Auch Industrie schwächelt

Auch das Verarbeitende Gewerbe hat seine besten Zeiten vorerst wohl hinter sich. Die Unternehmen stellten preis- und saisonbereinigt 0,5 Prozent weniger her als im Februar, wie das Wirtschaftsministerium mitteilte. Die zuletzt vier Monate in Folge gesunkenen Auftragseingänge der Industrie signalisieren eine weitere Abschwächung. Die meisten Experten sagen für das erste Quartal noch ein Wirtschaftswachstum von rund 0,75 Prozent voraus. Ende 2007 waren es 0,3 Prozent.


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