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28.09.2007 

Doch auch in anderen Ländern der Region wachsen die Sorgen: In Serbien legt die Wirtschaft zwar weiter kräftig zu. Doch sieht Herbert Preclik, Österreichs Handelsdelegierter in Belgrad, dunkle Wolken heraufziehen: Das Wachstum bleibe wegen der politischen Lage deutlich hinter dem Potenzial zurück. Wegen der schwierigen Regierungsbildung nach der Parlamentswahl im Januar und der bevorstehenden Präsidentenwahl herrsche de facto monatelanger Stillstand: Privatisierungen und Reformen – wie das Recht für Ausländer, Grundstücke zu erwerben – kämen nicht voran. Auslandsinvestoren seien deshalb Mangelware. Nur der boomende Privatkonsum der Serben lasse den Wirtschaftsmotor des Landes auf hohen Touren laufen.

Albanien wiederum will mit einer neuen Flat-Tax von zehn Prozent verstärkt ausländische Investoren anlocken. Das Land glänzt mit hohem Wachstum und einer Inflation von nur zwei Prozent. Mazedonien hingegen geht mit einer aggressiven internationalen Werbekampagne in Zeitungen und im Fernsehen auf Investorenfang. Allerdings bisher mit mäßigem Erfolg: Die Arbeitslosigkeit liegt noch immer bei 37 Prozent. In Montenegro boomen nur die Immobilienpreise: Seit Hollywood-Stars mit russischen Oligarchen um die besten Villen und schönsten ins Meer abfallenden Berge kämpfen, sind in einigen Teilen des Landes Preise wie an der Cote d’Azur zu zahlen. Nach der Unabhängigkeitserklärung von Serbien sieht Finanzminister Igor Luksis einen „Boom ungeahnten Ausmaßes“. Was er nicht erwähnt, sind die 40 Prozent der Montenegriner, die laut der Uno-Entwicklungshilfeorganisation UNDP unter der Armutsgrenze leben müssen.

Doch wie überall auf dem Balkan floriert der Privatkonsum und lässt die Banken blühen: Bis 2011 werde sich in der Region das Bankgeschäft gemessen an den Bilanzsummen der Geldhäuser auf 2500 Mrd. Euro mehr als verdoppeln, meint Walter Demel von der Raiffeisen Zentralbank Österreich. Nur einen Haken könnte dies eben nach Ansicht von Osteuropa-Ökonomen haben: Wenn sich die US-Finanzmarktkrise weiter wie ein Lauffeuer um den Globus brenne, bliebe auch der Balkan davon nicht verschont.

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2009 2008
Consensus Economics 1,3 2,2
IWF 1 2
OECD 1,1 1,9
EU-Kommission 1,5 1,8
Frühjahrsgutachten der Institute 1,4 1,8
Bundesregierung 1,2 1,7
Sachverständigenrat 1,9