Zur weiteren Stabilisierung des Bankensystems tragen nach der Einschätzung des Bundesbank-Präsidenten vor allem die schärferen Eigenkapitalregeln durch Basel II bei. „Wir sollten Basel II jetzt zügig implementieren und prüfen, ob es in Teilbereichen einen gewissen Bedarf zur Nachsteuerung gibt. Ich warne jedoch davor, bereits jetzt eine Debatte über eine nächste Runde umfangreicher neuer Regulierung von Finanzmärkten zu führen“, sagte Weber dem Handelsblatt.
Konsequenzen sollten nach Meinung des Notenbank-Chefs auch für die Bankenaufsicht in Deutschland gezogen werden. „Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Lehren aus den Turbulenzen im aufsichtsrechtlichen Bereich zu ziehen sind. Auch die Koalitionsvereinbarung und das DIW-Gutachten kommen zu dem Schluss, dass eine klarere Abgrenzung zwischen Bundesbank und BaFin nötig ist. Zusätzlich müssen die Themen Transparenz und Vermeidung von Interessenskonflikten diskutiert werden“, sagte Weber.
Insgeheim kämpft Weber um eine stärkere Rolle der Bundesbank bei der geplanten Reform der Bankenaufsicht. „Man wird erörtern müssen, ob es triftige Gründe dafür gibt, das Prinzip der durchgängigen Zuständigkeit der Bundesbank für die laufende Aufsicht in der Fläche zu durchbrechen“, betonte Weber. Die Teilung der gemeinsamen Verantwortung von Bundesbank und BaFin für die Aufsicht in Deutschland stelle nach Webers Worten niemand in Frage.
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