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07.04.2008 

An höhere Leitzinsen sollte die EZB aber auch in den nächsten Monaten nicht denken, meinen so gut wie alle Mitglieder des Gremiums. Durch die Entwicklungen an den Finanzmärkten - vor allem die Aufwertung des Euros und die steigenden Risikoaufschläge - sei die Geldpolitik de facto bereits straffer. Zudem bezweifeln die Experten, dass sich die Wirtschaft im Euro-Raum dauerhaft von der Entwicklung der US-Konjunktur abgekoppelt hat.

Es sei nur eine Frage der Zeit, bis die Schwäche der Amerikaner auch in Europa ankomme. Daher rechnen zahlreiche Schattenräte weiter damit, dass die EZB ihre Leitzinsen im späteren Jahresverlauf eher senken als erhöhen wird.

Große Sorgen macht den Schattenräten die Entwicklung auf dem europäischen Geldmarkt. Obwohl die EZB immer wieder große Mengen Liquidität in den Markt pumpt, sind die Risikoaufschläge ("Spreads") auf dem Interbankenmarkt nach wie vor ungewöhnlich groß. "Der Durst nach Liquidität ist nach wie vor gewaltig", sagte Buiter. Der Ökonom befürchtet, dass die hohen Spreads auf dem Geldmarkt ein Indiz dafür sein könnten, dass in den Bilanzen der Banken noch viele bislang nicht offen gelegte Kreditrisiken schlummern. "Möglicherweise haben die Banken noch mehr Müll in ihren Büchern", sagte Buiter.

Sollte sich die Krise weiter zuspitzen, müsse die EZB Gewehr bei Fuß stehen. "Das ist nicht ein Argument für Zinssenkungen", sagt Buiter. "Aber wenn alle Stricke reißen, sollte die Notenbank als Market Maker agieren."

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2009 2008
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IWF 1 2
OECD 1,1 1,9
EU-Kommission 1,5 1,8
Frühjahrsgutachten der Institute 1,4 1,8
Bundesregierung 1,2 1,7
Sachverständigenrat 1,9