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08.05.2008 

Angesichts der Lage horten auch Asiens Verbraucher massiv Reis. „Alle spekulieren, nicht nur Händler an den Terminbörsen“, beobachtet Chookiat. Er beziffert den derzeitigen Spekulationsaufschlag auf rund 20 Prozent. „Nur freie Märkte können diese Krise auf Dauer lösen“, warnt der Experte vor politischen Kurzschluss-Reaktionen.

Auch Weltbank und Weltwährungsfonds prangern einen Trend zu Export-Verboten, Subventionen und Preiskontrollen an. Aber aus Angst vor Unruhen agieren viele Politiker kurzfristig. Reis ist Grundnahrungsmittel für die halbe Weltbevölkerung, laut Asiatischer Entwicklungsbank (ADB) droht durch die Agrarpreisexplosion einer Milliarde Asiaten Unterernährung.

Selbst im relativ reichen Thailand werden Rufe nach Schutz für Konsumenten lauter. „Flieht unser Land in Export-Kontrollen, gerät der Preis außer Kontrolle und armen asiatischen Ländern drohen Hungersnöte“, warnt Kwanchai Gomez, Direktorin der Asia Rice Foundation in Bangkok. Zu ihrer Erleichterung hat die Regierung in Bangkok diese Woche zumindest Pläne für einen am Erdöl-Kartell Opec orientierten Welt-Reis-Verband aufgegeben.

„Es gibt keine schnelle Lösung für die Reis-Krise“ sagt Gomez. Sie sei Resultat von Jahrzehnten politischer Vernachlässigung des Agrarsektors in Asien. Zugleich betonte sie, der Preissprung erhöhe aber auch den Anreiz, mehr in den Reisanbau zu investieren. „Das ist ein Notschrei des Agrarsektors nach mehr Geld für Forschung, Bewässerung und Schulung von Bauern in modernen Anbaumethoden.“ Ohne Einkommenstransfer von städtischen Konsumenten zu armen ländlichen Produzenten drohe ein Exodus der nächsten Bauerngeneration – und noch mehr Anbauflächen würden aufgegeben.

Inzwischen gibt es erste Ansätze einer Umschichtung volkswirtschaftlicher Ressourcen: In Thailand reaktivieren Bauern Felder, die jahrelang brach lagen. Die Regierung widmet große Flächen zum Reisanbau um. Doch Skeptiker bezweifeln, dass Politiker überall Geduld für die Selbstheilungskräfte der Märkte haben, vor allem in Indien und Indonesien, wo Wahlen anstehen. „Bis Marktkräfte diese Krise entschärfen, wird es fünf Jahre dauern“, schätzt Chookiat.

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Consensus Economics 1,5 1,7
OECD 1,1 1,9
EU-Kommission 1,5 1,8
Frühjahrsgutachten der Institute 1,4 1,8
IWF 1,0 1,4
Bundesregierung 1,2 1,7
Sachverständigenrat 1,9