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HANDELSBLATT, Montag, 1. Oktober 2007, 08:00 Uhr
Handelsblatt Ranking Volkswirtschaftslehre

VWL-Fakultäten: Gefesselt, zersplittert


Aus eigener Kraft werden die deutschen VWL-Fakultäten ihre wissenschaftliche Qualität kaum weiter steigern können. Denn trotz Exzellenzinitiative und Hochschulfreiheitsgesetzen – bis heute sind wirklich exzellente Universitäten in Deutschland de facto gesetzlich verboten. Ein Kommentar von Olaf Storbeck


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Die deutsche Volkswirtschaftslehre steckt in einer paradoxen Situation. Wissenschaftlich hat eine ganze Reihe von Fakultäten in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Anders als früher arbeiten in vielen Fachbereichen international wettbewerbsfähige Top-Wissenschaftler.

Dennoch schaffen es selbst die besten deutschen Unis nicht, in der ökonomischen Forschung an die führenden europäischen, geschweige denn amerikanischen Fakultäten heranzukommen. Das liegt nicht etwa daran, dass deutsche Ökonomen dümmer oder fauler wären. Im Gegenteil: In erschreckender Regelmäßigkeit werben ausländische Top-Adressen deutsche Forscher ab.

Verantwortlich für die Misere ist die deutsche Hochschulpolitik. Nicht nur, weil sie zu wenig Geld in die Hochschulen investiert. Mindestens genauso wichtig sind gravierende organisatorische Mängel. Trotz Exzellenzinitiative und Hochschulfreiheitsgesetzen – bis heute sind wirklich exzellente Universitäten in Deutschland de facto gesetzlich verboten.

So dürfen deutsche Unis die Lehrverpflichtungen ihrer Professoren nicht davon abhängig machen, wie gut diese in der Forschung sind. Sie dürfen nicht die Gremien der akademischen Selbstverwaltung abschaffen und sich eine professionelle Struktur geben. Da Universitäten in Deutschland eher das Vehikel der Regional- als der Wissenschaftspolitik sind, ist die Uni-Landschaft zudem in zu viele Hochschulen zersplittert. Selbst großen Fachbereichen fehlt im internationalen Vergleich die kritische Masse.

Was die deutschen VWL-Fakultäten aus eigener Kraft für Exzellenz tun konnten, haben sie weitgehend getan. Wer mehr will, muss den Unis erlauben, die organisatorischen Voraussetzungen dafür zu schaffen.

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