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 HANDELSBLATT, Dienstag, 15. April 2008, 09:53 Uhr
Handelsblatt Business-Monitor

Top-Manager weiter investitionsbereit


Die deutsche Wirtschaftselite lässt sich von der Finanzmarktkrise und der erwarteten Konjunkturabschwächung ihre Expansionspläne nicht verhageln. Obwohl sich die Stimmung der hiesigen Firmen im April etwas verschlechtert hat, wollen sie die Zahl ihrer Beschäftigten erhöhen und ihre Investitionen verstärken.


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Handelsblatt Business-Monitor: Das Investitionsklima fällt gut aus. Bild: HB
Handelsblatt Business-Monitor: Das Investitionsklima fällt gut aus. Bild: HB

FRANKFURT. Die deutsche Wirtschaftselite lässt sich von der Finanzmarktkrise und der erwarteten Konjunkturabschwächung ihre Expansionspläne nicht verhageln. Das lässt sich am Handelsblatt Business-Monitor ablesen, einer exklusiven Umfrage unter deutschen Topmanagern. Die Befragten blicken zwar etwas skeptischer in die Zukunft als noch bei der letzten Umfrage im März. Dennoch wollen sie die Zahl ihrer Beschäftigten erhöhen und ihre Investitionen verstärken.

Das Marktforschungsinstitut Psephos befragt die Führungsetage der deutschen Unternehmen neunmal im Jahr im Auftrag dieser Zeitung und der Unternehmensberatung Droege & Comp. Zuletzt wurden vom 26. März bis 9. April knapp 800 Topmanager telefonisch interviewt. Wie auch in den Vormonaten zeigten sich die Spitzenmanager relativ unbeeindruckt von der weltwirtschaftlichen Abschwächung.


Tabelle  Infografik: Stimmung und Pläne der deutschen Wirtschaft


Ein Drittel (33 Prozent) der befragten Führungskräfte plant, die Zahl ihrer Mitarbeiter in den kommenden zwölf Monaten zu erhöhen. Und mehr als die Hälfte (54 Prozent) hat vor, die Belegschaft konstant zu halten. Das Investitionsklima fällt noch besser aus: Ebenfalls ein Drittel der Manager will in den nächsten zwölf Monaten die Investitionen erhöhen, knapp 60 Prozent der Befragten wollen sie auf dem heutigen Niveau belassen. Diese Ergebnisse stützen den Umfragetrend der Vormonate sowie den des Ifo-Geschäftsklimas. Auch das Beschäftigungsbarometer des Münchener Instituts für die gewerbliche Wirtschaft war im März „deutlich im positiven Bereich“ geblieben und hatte einen weiteren Anstieg der Beschäftigtenzahl erwarten lassen.

Die Zukunftspläne der Firmen dürften vor allem deshalb so gut ausfallen, weil laut Handelsblatt-Umfrage eine relative Mehrheit (42 Prozent) der Manager bislang „gar keine Auswirkungen“ der Finanzmarktkrise auf ihre Geschäfte verspürt. 37 Prozent sind allerdings „weniger optimistisch“, im laufenden Jahr die Umsatz- und Gewinnziele zu erreichen. Ein gutes Drittel (35 Prozent) hat beobachtet, dass die Kunden vorsichtiger geworden sind und weniger kauften. So hat nach Aussage von knapp 20 Prozent der befragten Spitzenmanager der schwache Dollar zu Umsatz- und Gewinneinbußen geführt.

Das verschlechterte internationale Umfeld ändert zwar die Pläne der hiesigen Unternehmen nicht, es trübt aber ihre Stimmung: Nachdem im März noch 22 Prozent die hiesigen Standortbedingungen als „gut“ eingestuft hatten, sagten das im April nur noch 15 Prozent. Der Anteil der Pessimisten blieb mit 18 Prozent dennoch stabil – die Umgestimmten wechselten in das Lager derer, die die Bedingungen „eher gut“ nennen. Die Skepsis nimmt mit Blick auf die kommenden zwölf Monate allerdings etwas zu: 26 Prozent rechnen mit verschlechterten Standortbedingungen nach 22 Prozent im März.

Die Stimmung und die Pläne der Manager widersprechen sich aus Sicht von Deka-Bank-Volkswirt Andreas Scheuerle nicht. Die Auftragsbücher seien noch immer voll und der Bedarf an Fachkräften daher hoch. „Hinter den Investitionsplänen vermute ich nach den Erweiterungsinvestitionen im Vorjahr verstärkt Rationalisierungsinvestitionen.“ Denn die hohen Rohstoffpreise und der starke Euro machten eine noch effizientere Aufstellung erforderlich, argumentiert der Volkswirt. „Die Stärke des Euros wiederum ist ganz klar mit einer Schwächung des Standortes verbunden.“


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