Aus Sicht der meisten Unternehmen lohnt sich dieser Aufwand. Wie erst kürzlich eine Blitzumfrage von Droege & Comp. ergab, schätzen die meisten Firmen den Dollar-Verfall als längerfristiges Phänomen ein, das sie noch länger als ein Jahr begleiten wird. Richtete sich der Blick vieler Unternehmen bislang meistens nach China, Indien und Osteuropa, weil hier niedrige Kosten locken, bietet der Dollar-Raum neben der attraktiven Währung eine viel stärker ausgebaute Infrastruktur. Das gilt beispielsweise für die Premiumhersteller der deutschen Automobilindustrie. „Sie finden in den USA eine voll funktionierende Zuliefererindustrie vor“, sagt Einkaufsexperte Christian Heiss von der Unternehmensberatung Oliver Wyman angesichts der großen Absatzschwierigkeiten amerikanischer Autobauer.
Auch der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, stuft die Widerstandsfähigkeit der hiesigen Unternehmen trotz des anhaltenden Euro-Hochs als groß ein und rechnet 2008 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent. Die Exporterwartungen seien zwar etwas geringer als noch im Herbst, sagt er mit Blick auf eine Konjunkturumfrage seines Instituts unter mehr als 2 000 Unternehmen. 36 Prozent der Befragten erwarten danach ein wachsendes Auslandsgeschäft nach 38 Prozent vor einem halben Jahr.
Aber trotz des aufgewerteten Euros hätten die deutschen Konzerne sich eine stabile Position auf den Weltmärkten erobert. „Dank ihrer Nischenpositionen, der hohen Qualität ihrer Produkte und der Kundendifferenzierung“, argumentiert Hüther. Um sich weiter gegen Wechselkursrisiken abzusichern, rät der Ökonom den Unternehmen, an ihrer bisherigen Strategie festzuhalten: „Sie sollten die Kostenstruktur optimieren, standardisierte Vorleistungsgüter verstärkt importieren und ihr Innovationspotenzial ausnutzen.“ Direkte Vorbeugungsmaßnahmen könne die Politik dagegen nicht umsetzen. Aber auch sie könne gegensteuern, indem sie keine erhöhten Kosten verursache und etwa die Sozialversicherungsbeiträge unter die Marke von 40 Prozent senke.