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 HANDELSBLATT, Montag, 7. April 2008, 07:30 Uhr
Studie

Fusionen machen Wodka teurer - und Tampons


Die Verbraucher sind oft die großen Verlierer bei Fusionen, zeigt eine neue Studie von zwei amerikanischen Ökonomen. Denn Hersteller, die sich zusammenschließen, nutzen ihre Marktmacht weidlich aus. Die Forscher zeigen: Tampons, Damenbinden und Wodka wurde in den USA nach Fusionen deutlich teurer.


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Download der Studie zu "Über Tampons, Wodka und Fusionen" (07.04. 07:00)

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Der französische Spirituosenkonzern Pernod Ricard greift tief in die Tasche: Wie in der vergangenen Woche bekannt wurde, will das Unternehmen für 5,6 Milliarden Euro den schwedischenKonkurrenten Vin & Sprit kaufen. Viel Geld für ein Staatsunternehmen und dessen Wodka-Marke „Absolut“ – zumal Pernod Ricard sich gerade einmal Synergien in Höhe von maximal 150 Millionen Euro pro Jahr verspricht. Womöglich stecken in Wahrheit ganz andere Motive hinter diesem Deal. Vielleicht versucht Pernot Ricard seine Marktmacht auszubauen, um auf diese Weise höhere Preise durchsetzen zu können.

Diese Überlegung ist nicht so theoretisch und abstrakt, wie sie im ersten Moment klingen mag – das zeigt » eine Ende März veröffentlichte Studie von zwei amerikanischen Ökonomen. Anhand von fünf Fallstudien weisen die Wissenschaftler am Beispiel der US-Konsumgüterindustrie nach: Die Gefahr, dass Endverbraucher nach einer Übernahme von dem fusionierten Unternehmen stärker ausgequetscht werden, ist überaus real.


Diageo
Chart: Diageo
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Pernod Ricard

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Die Untersuchung hat besonderes Gewicht, weil sie unter anderem aus der Feder des Princeton-Professors Orley Ashenfelter stammt. Er hat in den 70er und 80er Jahren das methodische Fundament für die moderne Ökonometrie gelegt. Ursprünglich kamen seine Methoden vor allem in der Arbeitsmarkt-Forschung zum Einsatz. Zusammen mit seinem Co-Autoren Daniel Hosken von der US-Wettbewerbsbehörde Federal Trade Commission hat Ashenfelter sie jetzt erstmals angewendet, um eine wettbewerbspolitische Frage zu beantworten.

Die beiden Wissenschaftler haben die ökonomischen Folgen von Fusionen am Beispiel von fünf Zusammenschlüssen untersucht, die die US-Wettbewerbshüter Ende der 90erJahre genehmigt haben. Darunter war auch eine Übernahme im Spirituosenmarkt. Diese ist besonders pikant mit Blick auf die Pläne von Pernod Ricard. Denn bei dem Zusammenschluss der beiden Spirituosenhersteller Guinness und Grand Metropolitan zum Alkohol-Weltmarktführer Diageo im Jahr 1997 stellten die Forscher fest, dass die Preise danach deutlich gestiegen sind.

Darüber hinaus analysierten die Wissenschaftler die Folgen der Übernahme der Tampon- und Damenbinden-Herstellers Tambrands („Tampax“, „Always“) durch Procter and Gamble, den Kauf des Cerealien-Herstellers Ralcorp durch General Mills sowie zwei Fusionen von wichtigen Anbietern von Motorenöl und künstlichem Ahornsirup. In all diesen Branchen gab es bereits vor den Zusammenschlüssen nur wenige Anbieter; durch die Fusionen stieg die Konzentration weiter.

Lesen Sie weiter auf Seite 2:

Wo die Preise besonders stark stiegen

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