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 HANDELSBLATT, Montag, 14. April 2008, 07:33 Uhr
Studie zu Corporate Goverance

Banker im Aufsichtsrat richten Schaden an


Wem nutzt es, wenn Banker im Aufsichtsrat von Unternehmen sitzen? Nur die Banken selbst profitieren – und das gleich doppelt, zeigt eine brisante Studie. Den kontrollierten Unternehmen selbst dagegen schadet es eher: Je mehr Banker im Aufsichtsrat, desto geringer ihre Börsenbewertung.


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Download: Studie „Werft die Banker aus den Aufsichtsräten!“ (14.04. 07:30)

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Die Frankfurter Skyline mit den Bankentürmen (Foto: dpa)
Bild vergrößernDie Frankfurter Skyline mit den Bankentürmen (Foto: dpa)

Eigentlich war es eine ganz harmlose Frage, doch Hilmar Kopper brachte sie in arge Verlegenheit. In welchen Aufsichtsräten er eigentlich noch so sitze, wurde der damalige Deutsche-Bank-Chef mal auf einer RWE-Hauptversammlung gefragt. Kopper war nicht in der Lage, seine vielen Mandate aus dem Kopf aufzuzählen. Über 60 verschiedenen Aufsichtsräten gehörte der Banker in seiner Berufskarriere an, in 13 verschiedenen Dax-Unternehmen war er präsent.

Eine solche Ämterhäufung gehört heute zwar der Vergangenheit an. In 19 der 30 Dax-Konzerne aber ziehen nach wie vor aktive wie pensionierte Spitzenbanker die Strippen. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann bei Siemens, sein Vorgänger Rolf-E. Breuer bei Eon und Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller bei Linde. Der Banker mit den meisten Mandaten ist der ehemalige Deutsche-Bank-Vorstand Clemens Börsig. Er ist Aufsichtsratschef seines einstigen Arbeitgebers und in den Kontrollgremien von Bayer, Daimler, Lufthansa und Linde vertreten.


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Was steckt hinter solchen Personalverflechtungen? Was bedeuten sie für die kontrollierten Unternehmen? Und was bringen sie den Banken? Ein dreiköpfiges Team aus Finanzmarktforschern der Universitäten Rotterdam und Mannheim hat diese Fragen jetzt erstmals systematisch für die deutsche Wirtschaft untersucht.

Ihr Ergebnis ist brisant. Unternehmenseigner täten gut daran, Banker aus ihren Aufsichtsräten herauszuhalten. Die Studie, die jüngst als Diskussionspapier des European Corporate Governance Institute (ECGI) in Brüssel erschienen ist, zeigt: Positiv sind Aufsichtsratsmandate von Bankern nur für die Banken. Die Unternehmen dagegen, die Ackermann und Co. kontrollieren, haben davon in aller Regel nichts. Häufig schadet ihnen ein Banker im Kontrollgremium sogar. „Die Präsenz von Bankern im Aufsichtsrat hat einen signifikant negativen Effekt auf die Performance des Unternehmens“, lautet das Fazit von Ingolf Dittmann (Rotterdam), Ernst Maug und Christoph Schneider (Mannheim).

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Wie die Forscher vorgegangen sind

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