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21.03.2006 

Ganz anders aber ist das Bild bei den Anleger-Magazinen. Die Ökonomen stellen bei "Money", "Kiplinger?s Personal Finance" und "Smart Money" einen engen Zusammenhang fest zwischen den Anzeigenausgaben einer Fondsgesellschaft und der Wahrscheinlichkeit, dass Fonds dieses Anbieters empfohlen werden. So erwähnt zum Beispiel "Money" in jährlichen Ranking der 100 besten Fonds 84 Prozent aller Gesellschaften, die im Vorjahr Anzeigen in Höhe von mindestens einer Million Dollar geschaltet hatten. Von den Firmen, die gar nicht inserierten, tauchten dagegen nur gut sieben Prozent in der Liste auf.

Für sich genommen sagt diese Korrelation noch nicht viel aus - möglicherweise erhalten gute Fonds viel Aufmerksamkeit in den Medien und werden unabhängig davon stark beworben. Daher untersuchen die Forscher die Qualität der einzelnen Fonds, basierend auf der Wertentwicklung in der Vergangenheit, der Höhe der Verwaltungsgebühren sowie der Bewertung durch unabhängige Ratingagenturen. Die Ökonomen entwickelten dafür ein mathematischen Verfahren, mit dem sie prognostizieren: Welche Fonds würden empfohlen, wenn es nach objektiven Qualitätskriterien gehen würde? Das Ergebnis: Unter den 100 von "Money" empfohlenen Fonds sind acht oder neun nur deshalb dabei, weil die Muttergesellschaften viele Anzeigen gebucht hatten. Bei "Kiplinger?s" und bei "Smart Money" verhält es sich ähnlich.

Zweiter Schritt der Forscher

In einem zweiten Schritt untersuchen die Forscher: Erzielen die Anleger, die Fonds-Tipps befolgen, überdurchschnittlich hohe Renditen? Auch dieses Ergebnis hat es in sich: "Die Empfehlungen haben keinen Informationsgehalt über die zukünftige Wertentwicklung der Fonds."

Immerhin zeigen die Ökonomen: Dies liegt nicht daran, dass wichtige Anzeigenkunden bevorzugt werden. Der Grund ist vielmehr, dass die Medien bei der Auswahl der empfohlenen Fonds generell falsche Kriterien anwenden. Sie legen laut Studie zu viel Gewicht auf die Ertragsentwicklung in der Vergangenheit und beachten andere wichtige Faktoren wie die Fondsgebühren zu wenig.

Letztlich scheint nur einer von den Tipps zu profitieren - die Fondsgesellschaft. Die Autoren der Studie zeigen: Positive Presseberichte über bestimmte Fonds führen in den folgenden zwölf Monaten zu erheblichen Mittelzuflüssen. Bleibt die Frage: Warum befolgen Investoren Empfehlungen, die erwiesenermaßen keinen Informationsgehalt über die zukünftige Entwicklung haben? Die Autoren sind ratlos: "Das ist das größte Rätsel in unseren Ergebnissen. Wir haben dafür keine wirklich zufrieden stellende Erklärung." An diesem Punkt sind offenbar eher Psychologen als Ökonomen gefragt.

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