Sie stellen fest: Im Schnitt korrelieren Firmenwert und Gehalt des Firmenlenkers eins zu eins. Ein doppelt so großes Unternehmen zahlt seinem Top-Manager (CEO) also doppelt so viel. Dass sich die Gehälter der Vorstandschefs der 500 größten US-Unternehmen von 1970 bis 2003 real versechsfacht haben, lässt sich mit dem gleich großen Anstieg des durchschnittlichen Firmenwertes in diesem Zeitraum begründen.
Für die alternative These, dass mangelnde Corporate Governance für das Gehaltsgefälle verantwortlich ist, finden die Forscher kaum Indizien. Unternehmen, die beim Corporate Governance zu den schlechtesten 15 Prozent gehört, zahlen ihren Vorstandschefs nur fünf Prozent mehr als Firmen, die bei der Unternehmenskontrolle durchschnittlich abschneiden.
Die Autoren der Studie kommen zu einem provokantem Fazit: "Wenn es ein Paradox in den CEO-Gehältern gibt, dann dieses: Die Unternehmen müssen glauben, dass die Talentunterschiede zwischen den Top-Managern sehr gering sind, sonst würden sie den besseren viel mehr bezahlen."
Schließlich zeigen Modellrechnungen von Gabaix und Landier: Würde man im größten US-Unternehmen den besten Manager durch den Manager auf Rang 250 der Qualitätsskala ersetzen, sänke der Firmenwert nur um eineinhalb hundertstel Prozent. Weil das größte Unternehmen aber so viel größter ist als das auf Platz 250, ist dennoch gerechtfertigt, dass sein Chef sechsmal so viel verdient.
Schaut man sich die Gehälter der Vorstandschefs der Dax-Konzerne an, so fällt auf, dass sie wenig nach Firmenwert differenziert sind. Klaus Kleinfeld , Chef des Börsen-Schwergewichts Siemens
, wirkt mit 3,3 Mill. Euro eher unterbezahlt. Deutsche-Bank-Boss Josef Ackermann wird dagegen mit 12 Mill. sehr üppig entlohnt.
