0 Bewertungen
28.04.2008 

Dazu ließen sie 161 Studenten die stupide Arbeit ausführen, fünf Minuten lang abwechselnd die Tasten x und z auf einer Tastatur zu drücken.

Die Experimentatoren verpflichteten sich, für jeden korrekten Tastendruck Geld an eine gemeinnützige Organisation zu zahlen. Die Hälfte der Studenten erhielt als zusätzlichen Leistungsanreiz nochmals die gleiche Summe für sich selbst, wie an die gemeinnützige Einrichtung ging. Die andere Hälfte bekam keine zusätzlichen Anreize außer der versprochenen Bezahlung für die Teilnahme. Außerdem sollte die eine Hälfte der Studenten am Ende den anderen Gruppenmitgliedern mitteilen, ob sie zusätzliche Performance-Belohnung bekam und wie viel Klicks sie geschafft hatte.

Wenn die Studenten selbst kein Geld bekamen, strengten sie sich in der öffentlichen Variante deutlich mehr an. Ihre Leistung war 50 Prozent größer, als wenn das Ergebnis vertraulich blieb. Bei denen aber, die in der öffentlichen Variante zusätzlich mit Geld belohnt wurden, war der Leistungsunterschied deutlich geringer. Die finanzielle Belohnung verdrängte also offensichtlich die Image-Motivation und war wirkungslos. Dagegen strengten sich diejenigen, die nicht auf ihr Image achten mussten, weil ihre Anstrengung geheim blieb, deutlich stärker an, wenn sie dafür belohnt wurden.

Anwendungen für solche Erkenntnisse gibt es viele. Als ein Beispiel führen die Autoren Subventionen für umweltfreundliche Investitionen an. So dürften aus dieser Perspektive Zuschüsse für umweltfreundliche Heiz- und Energietechnik, die kaum jemand sieht, mehr bewirken, als Subventionen für Hybridautos, mit denen jeder seine umweltfreundliche Progressivität ausgiebig demonstrieren kann.


»  Neue Trends in VWL und BWL - der Ökonomie-Newsletter bringt sie einmal pro Woche auf den neuesten Stand


Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Ich, das Genie

14.07.2008

Zuletzt besucht / gesucht

Anzeige

weiterTop-Downloads

Hot Papers in VWL und BWL  Artikel in Merkliste

12.07.2008

Wie lassen sich Rohölpreise und Bärenmärkte an der Börse besser prognostizieren? Und kämpft die US-Notebank mit den richtigen Mitteln gegen die Finanzkrise? Mit diesen Fragen beschäftigen sich ökonomische Forschungspapiere, die derzeit im Web besonders häufig herunterladen werden. Lesen Sie mehr über die "Hot Paper" in BWL und VWL. Artikel


weiterDas Grüner-Blog

Unerreichte Charttechnik Prosa 

21.07.2008Das Grüner-Blog

Mit gewohnt „bullischer Divergenz“ starten Deutschlands Charttechniker auf eine neues Jahreshoch zu. Blog


weiterKrämers Konjunktur-Kommentar

Ifo & Co eingebrochen 

24.07.2008Krämers Konjunktur-Kommentar

Im Juli sind sowohl das Ifo-Geschäftsklima (97,5 nach 101,2) als auch die Einkaufsmanagerindizes für den Euroraum förmlich eingebrochen. Ich senke meine ohnehin vorsichtige Wachstumsprognose für 2009. Blog


weiterHarald Uhlig - Makro und mehr

Danke, lrland! 

15.06.2008Harald Uhlig - Makro und mehr

Demokratie und Freiheit funktionieren noch in Europa!   Nachdem das Volk Europas das 400-Seiten starke Eurokraten-Monstrum, dass man tatsächlich mal “Vefassung für Europa” nannte, in Bausch und Bogen abgelehnt hatte, hatte die Politiker-Elite Europas eine clevere Idee. Blog