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08.01.2008 
Republikaner

Bloomberg lauert im Hintergrund

von Torsten Riecke

Er steht bislang auf keinem Wahlzettel. Doch während die Präsidentschaftskandidaten der beiden großen Parteien um jede Stimme in New Hampshire ringen haben sie im Hinterkopf seinen Namen: Michael Bloomberg.

Überraschungskandidat? Michael Bloomberg. Foto: ReutersLupe

Überraschungskandidat? Michael Bloomberg. Foto: Reuters

NEW YORK. Seit Monaten wird über eine Kandidatur des New Yorker Bürgermeisters für das Weiße Haus spekuliert. Darauf hat der 65-Jährige stets abwehrend reagiert. „Ich bin kein Kandidat“, sagte Bloomberg vor wenigen Tagen. Damit hält er sich jedoch eine Hintertür offen, um doch noch als dritter, parteiunabhängiger Bewerber anzutreten.

Bloomberg traf sich jetzt in Oklahoma mit Demokraten und Republikanern, die wie er selbst unzufrieden mit der politischen Spaltung des Landes sind. David Boren, ein ehemaliger republikanischer Senator aus Oklahoma, und sein demokratischer Kollege Sam Nunn machen die Polarisierung in Washington für den politischen Stillstand verantwortlich. Falls die beiden Parteien die Blockade nicht alleine überwinden könnten, müsse notfalls ein unabhängiger Kandidat ins Rennen gehen, sagte Boren. Der Einzige, der dafür in Frage kommt, ist Bloomberg.

Mit einem Privatvermögen von angeblich mehr als zehn Mrd. Dollar kann er ohne Wahlspenden quasi aus dem Stand eine Kampagne beginnen. Seine Unabhängigkeit hat Bloomberg mehr als einmal bewiesen. Erst wechselte er von den Demokraten zu den Republikanern, um sich in New York zum Bürgermeister wählen zu lassen. 2007 kündigte er auch der Partei von US-Präsident George Bush die Gefolgschaft und regiert seitdem als Unabhängiger die Metropole.

Misst man Bloomberg jedoch an seinen politischen Positionen, gehört er zum liberalen Spektrum Amerikas. So ist er für stärkere Waffenkontrollen, progressivere Einkommensteuern und Umweltsteuern. Bloomberg plädiert für eine liberale Einwanderungspolitik, die Ehe von Homosexuellen und das Recht auf Abtreibung. Sollte er seine Kandidatur erklären, wird sich der Eigentümer des gleichnamigen Nachrichtenkonzerns vermutlich als der beste Manager des Staates profilieren. Ein Erfolgsrezept, mit dem schon Helmut Schmidt eine Wahl gewonnen hat.


» US-Wahl 2008: Themen, Termine, Kandidaten


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