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11.01.2008 
Wahl-Tagebuch

Mehr als nur Santa Fe

von Markus Ziener

Bill Richardson, demokratischer Gouverneur von New Mexico, ist ganz eindeutig aus Präsidentenmaterial gemacht. Als er in New Hampshire jedoch nur zwei Prozent Unterstützung erhielt warf der 60-Jährige das Handtuch. Gegen die Stimmenmagneten Hillary, Obama und Edwards hatte er einfach keine Chance. Doch das muss nicht heißen, dass seine politische Karriere endet.

Raus aus dem Rennen ums Weiße Haus: Demokrat Bill Richardson. Foto: apLupe

Raus aus dem Rennen ums Weiße Haus: Demokrat Bill Richardson. Foto: ap

In anderen Zeiten, mit anderen Konkurrenten hätte es dieser Mann weit bringen können: In den zahllosen Fernsehdebatten und bei seinen Auftritten im Wahlkampf hat sich Richardson stets als kundiger und dabei durchaus unterhaltsamer Redner gezeigt. Und am letzten Wochenende, als sich das dann bereits auf vier Kandidaten dezimierte demokratische Feld den Fragen der Fernsehjournalisten von ABC stellte, gab Richardson sogar eine verkappte Bewerbung für das Amt des Vizepräsidenten ab.

Als es dort wieder einmal um die Frage ging, was denn nun wichtiger sei, „Wandel“ oder „Erfahrung“, brach Richardson eine Lanze für die neben ihm sitzende Hillary Clinton. Es könne doch wohl nicht sein, polterte Richardson, dass Erfahrung inzwischen als ein Nachteil betrachtet werde. Gemünzt war die Bemerkung auf die beiden „Change“-Kandidaten Barack Obama und John Edwards, die am Nachbartisch saßen. Hillary nickte bei dieser Bemerkung sichtlich – und womöglich hatte die offene Diskussion des Themas an diesem Abend der „Change“- Welle bereits die Spitze genommen und Hillary zu ihrem spektakulären Comeback verholfen.

Richardson bringt dabei selbst vieles mit, was ein demokratischer Präsident gut brauchen kann: Er ist Latino und hat damit einen ganz besonderen Zugang zu der großen hispanischen Community in den USA. Und als ehemaliger amerikanischer Uno-Botschafter und Energieminister verfügt er über jene Kenntnisse in der Exekutive, die so vielen anderen fehlt. Diese Prognose ist deshalb nicht allzu gewagt: Das Kapitel Bill Richardson dürfte mit dem Ende dieser Kampagne noch nicht zu Ende sein.

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