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27.01.2008 
US-Präsidentschaftswahl

Nur ein Etappensieg für Obama

von Georg Watzlawek

Der Sieg von Barack Obama in South Carolina fällt überraschend hoch aus, die Hoffnung auf den ersten schwarzen Präsidenten im Weißen Haus lebt weiter. Allerdings hat Hillary Clinton Recht: Erst am Super Tuesday wird sich zeigen, ob eine Mehrheit der Demokraten auf das Wagnis Obama setzt - oder nicht doch eher auf die bekannte Karte Clinton.

Barack Obama im Wahlkampf. Foto: dpaLupe

Barack Obama im Wahlkampf. Foto: dpa

COLUMBIA. Mit über 55 Prozent hat Obama in South Carolina mehr also doppelt so viele Stimmen gewonnen wie Clinton, das ist deutlich. Allerdings verdankt der Afroamerikaner diesen Sieg vor allem den Schwarzen, die in dieser demokratischen Primary gut die Hälfte der Wähler gestellt und mit rund 80 Prozent für ihn gestimmt haben. Selbst bei den schwarzen Frauen, die Clinton stark umworben hatte, wurde sie vier zu eins geschlagen. Bei den weißen Wählern erreichte Obama dagegen nur ein Viertel der Stimmen.

Dennoch hat der Herausforderer bewiesen, dass sein Sieg in Iowa kein Ausreißer war und er in der Lage ist, seine Wähler auch gegen eine massive Kampagne von Hillary und Bill Clinton zu mobilisieren. Mit je zwei Siegen liegen Obama und Clinton nun gleichauf.

Clinton hatte South Carolina frühzeitig aufgegeben und ihren Blick auf die großen Staaten gerichtet, die am so genannten Super Tuesday, am 5. Februar, ihre Vorwahlen abhalten. Und dort stehen ihre Chancen wieder sehr viel besser: weil das Gewicht der Schwarzen in den meisten anderen Staaten nicht so groß ist - und weil Clintons Wahlkampfmaschine hier weit aktiver ist. Ob die Graswurzel-Bewegung von Obama mithalten kann, wird sie erst noch beweisen müssen.

John Edwards, der dritte im Bunde, hat in seinem Heimatstaat South Carolina mit 18 Prozent der Stimmen zwar ein akzeptables Ergebnis eingefahren. Doch macht es zugleich klar, dass er in dem sich zunehmend polarisierenden Wahlmarathon der Demokraten keinerlei Chancen hat. Edwards will trotzdem weiter machen - wahrscheinlich auch, um Clinton einen Teil ihrer Stamm-Wählerschaft (eher weiß, arm und alt) abspenstig zu machen und Obama zu helfen.

Die Demokraten werden South Carolina rasch abhaken, aber der neue harte Ton der Auseinandersetzung wird anhalten. Obama nannte seine Konkurrentin in der Siegesrede nicht beim Namen, sprach aber deutlich von den Kräften, die "vor nichts zurück schrecken", um seine "Botschaft der Hoffnung" zu stoppen.

Nach einen Zwischenstopp in Florida geht es nun um 22 Staaten, die am 5. Februar wählen. Allein bei diesem "Tsunami Tuesday" werden 1700 Delegierte vergeben - die Obamas aktuelle Führung nach Delegiertenstimmen rasch bedeutungslos machen können. Doch schon jetzt ist klar: Das Rennen der Demokraten wird noch weit über den 5. Februar hinaus andauern, es bleibt extrem spannend.

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