PolitikDeutschland
WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
HANDELSBLATT, Mittwoch, 15. März 2006, 18:42 Uhr
BND-Affäre

Genügend Unterschriften für Untersuchungsausschuss

Nun ist der BND-Untersuchungsausschuss endgültig sicher. FDP, Linkspartei und Grüne haben die entscheidende Hürde für seine Einsetzung genommen und bereits jetzt 157 Unterschriften unter ihren Abgeordneten für den entsprechenden Antrag gesammelt. So zügig soll es weiter gehen.


 Mehr zum Thema: BND
Artikel

Neuer Bau ohne alte Fehler (07.05. 20:18)

Artikel

BND wird bis 2009 umgebaut (27.10. 17:51)

Artikel

BND-Panne gefährdet Agenten in Russland (08.06. 09:02)

Zum Special ...


HB BERLIN. Damit wurde die erforderliche Stimmenzahl von einem Viertel aller Abgeordneten (154 Stimmen) bereits übertroffen. Nach einem interfraktionellen Beschluss der Parlamentarischen Geschäftsführer soll der Ausschuss am 31. März vom Bundestag eingesetzt werden.

Die 53 Mitglieder zählende Linksfraktion stimmte bislang als einzige Fraktion geschlossen für den Antrag. Bei den Grünen kündigte nur ein Abgeordneter an, dass er dem Antrag nicht zustimmen werde. Wer dies ist, war zunächst unklar. Bislang hatte sich Ex-Außenminister Joschka Fischer vehement gegen die Einrichtung eines solchen Gremiums gewehrt. Er hält den Ausschuss für ein reines „Kampfinstrument“. Bis Mittwoch unterschrieben 46 Mitglieder der Grünen-Fraktion den Antrag. Insgesamt verfügen die Grünen über 51 Mandate im Bundestag.

Bei der FDP votierten bislang 58 der 61 Mitglieder für die Einrichtung des Ausschusses. Die Fraktionsspitze rechnet aber bis Donnerstag noch mit weiteren Unterschriften. Laut Grundgesetz muss ein Untersuchungsausschuss eingerichtet werden, wenn dies ein Viertel aller Abgeordneten verlangt. Die Einsetzung soll am 31. März nach einer 45-minütigen Aussprache im Anschluss an die Schlussrunde der Haushaltsdebatte im Bundestag erfolgen.

Das Gremium soll unter anderem den Einsatz des Bundesnachrichtendienstes während des Irak-Krieges, die Entführung des Deutsch-Libanesen Khaled el Masri und die CIA-Gefangenenflüge klären. Union und SPD halten den Ausschuss für überflüssig, respektieren aber das Recht der Opposition auf Einrichtung eines solchen Gremiums. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sieht einer möglichen Vernehmung Fischers gelassen entgegen. „Ich denke, am Ende werden nach einer Vernehmung Fischers eher andere dumm dastehen“, sagte sie der „Westdeutschen Zeitung“.

In einem nächsten Schritt soll nun noch der 29 Fragen umfassende Untersuchungsauftrag mit der Koalition in Details abgestimmt werden. Die SPD machte bereits Ergänzungs- und Änderungswünsche geltend. Die Regierungsparteien können den Auftrag aber in seinem Kerngehalt nicht verändern. Unklar ist noch die Größe des Untersuchungsausschusses. Im Gespräch sind sieben oder elf Mitglieder. Vorsitzender soll der CDU- Politiker Siegfried Kauder werden, der bereits für die Christdemokraten im Visa-Ausschuss saß.


WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
Weitere News und Tools
Weitere News sowie Tools zu dieser Rubrik finden Sie hier

MEHR ARTIKEL AUS DER RUBRIK:

Artikel Große Krankenkassen fahren Defizit ein(16.05. 14:38)
Artikel Wagenknecht kandidiert nicht als Parteivize(16.05. 13:42)
Artikel Chinesen machen Bundesregierung Druck(16.05. 12:28)
Artikel Einwanderer bilden zu wenig aus (16.05. 11:43)
Artikel CDU-Generalsekretär schließt Steuersenkung für 2009 aus(16.05. 11:13)

Suche im Web:


Seitenanfang


Homepage | Site Map | Hilfe | FAQ | Kontakt | Partnerprogramm | Mediadaten

Abo | Bücher | Veranstaltungen | Webtipps

HANDELSBLATT-TICKER

Alle News     Alle Indizes     RSS

ORDNUNGSPOLITISCHER EINSPRUCH


Disziplin zahlt sich aus


Drei Jahreszahlen markieren den Weg zur europäischen Währungsintegration: 1993, 1998 und 2008. Sie machen zugleich deutlich, durch welch unterschiedliche monetäre Welten wir uns innerhalb von anderthalb Jahrzehnten bewegt haben. Nach starken Währungsturbulenzen und großen Risiken wird 2008 ein besonders herausragendes Jahr in der Positionierung der europäischen Geldpolitik.

Von Michael Hüther

BILDERGALERIEN
Bildergalerie  Freunde und Feinde des Dalai Lama
Der Dalai Lama ist auf fünftägiger Deutschland-Reise, und die Nervosität in der Bundesregierung ist groß. Diplomatischer Druck aus Peking ist Berlin gewiss. So zeigt sich die Regierungsspitze gegenüber dem religiösen Oberhaupt der Tibeter ungewohnt zurückhaltend. Doch der Dalai Lama hat andere Unterstützer. Seine Freunde und Feinde in Bildern.
Bildergalerie  Armut, Gewalt, Wirtschaftsboom
Bundeskanzlerin Angela Merkel ist auf großer Lateinamerika-Reise. Dabei erwartet sie ein Kontinent voller Widersprüche. Kräftiges Wirtschaftswachstum und ein neues Selbstbewusstsein stehen auf der einen Seite, immer noch weit verbreitete Armut, Umweltzerstörung sowie tiefe ideologische Gräben auf der anderen. Warum Länder wie Brasilien und Mexiko gerade jetzt wieder in den Fokus der deutschen Politik und Wirtschaft rücken.
Bildergalerie  Steuerentlastungen: Was wann kommt
Sicher ist: Bis zur Bundestagswahl im September 2009 werden die Parteien darüber streiten, wer die Bürger am meisten von Steuern und Abgaben entlasten will. Was wann an Entlastungen mit welcher Wahrscheinlichkeit kommt, zeigt diese Übersicht.
Bildergalerie  Putins Kreml AG
Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Macht offiziell an seinen Wunschnachfolger Medwedjew übergeben. Seit 2000 war es das Ziel Putins, alle Macht auf den Kreml zu konzentrieren – und er hat es konsequent verfolgt: Putin steuert den Branchenriesen Gazprom, lehrt die Oligarchen das Fürchten, lässt eine Opposition nicht zu. Der Aufstieg des Ex-Geheimdienstlers in Bildern.
DAS POLITISCHE FEATURE


Lächeln und wohlfühlen? Das war einmal


Nicht jeder Politiker zeigt sich in diesen Tagen gern mit dem Dalai Lama. So wird der zweite Besuch des geistigen Oberhauptes der Tibeter in Deutschland überschattet vom Streit der Polit-Prominez über den richtigen Umgang mit dem Gast. Immerhin: Die CDU-Granden Roland Koch, Jürgen Rüttgers und Norbert Lammert kennen keine Berührungsängste.

Von Petra Blum und Andreas Rinke

UMFRAGE

Um Konflikte mit China zu umschiffen, vermeiden deutsche Spitzenpolitiker und auch der Bundespräsident ein Treffen mit den Dalai Lama. Halten Sie das für richtig?

Ja

Nein

 
 Umfrageergebnis
 Umfragearchiv

Handelsblatt.com
VideoAudioMobilJobsNewsletterForumWeblogShopArchiv / wirtschaftspresse.bizAbo / Leserservice
Rohstoffe

Warum Lateinamerika für Deutschland wieder wichtig wird.
Steuerpläne

Wann die deutschen Steuerzahler mit welchen Entlastungen rechnen dürfen.
Präsident bling-bling

Warum die Franzosen bereits nach einem Jahr von Nicolas Sarkozy genervt sind.
VorschauVorschau

Alle wichtigen Termine für die Wirtschaft im Überblick