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30.01.2008 
Ausbildung

Pakt schafft 90 000 neue Lehrstellen

von Barbara Gillmann

Die Wirtschaft hat im vergangenen Jahr 88 900 neue Ausbildungsplätze geschaffen und insgesamt 53 600 Betriebe neu als Ausbilder gewonnen. Damit hat sie die Zusagen im Pakt für Ausbildung weit übertroffen.

DÜSSELDORF. Das geht aus der Jahresbilanz hervor, die die Paktpartner am heutigen Donnerstag vorlegen und die dem Handelsblatt vorliegt. Nach der Vereinbarung von Wirtschaft, Bundesregierung und Bundesanstalt für Arbeit sollte die Wirtschaft 2007 mindestens 60 000 neue Lehrstellen schaffen und 30 000 Betriebe neu zur Ausbildung motivieren.

Bis Januar haben die Betriebe zudem 43 250 „Einstiegsqualifizierungen“ bereit gestellt – knapp 24 000 Jugendliche nahmen diese Chance bisher wahr. Die vom Bund finanzierten, auf eine Lehre anrechenbaren Praktika sollen schwächeren Jugendlichen den Einstieg erleichtern.

Die positiven Zahlen dürften der Wirtschaft in den kommenden Wochen als Argumentationshilfe im Streit um den geplanten Ausbildungsbonus dienen. Mit einer Prämie von 4 000 bis 6 000 Euro für drei Jahre will die Bundesregierung solche Betriebe belohnen, die zusätzlich besonders schwer vermittelbare Altbewerber einstellen und so bis 2010 rund 100 000 zusätzliche Lehrstellen schaffen. Umstritten sind die Details: Die Wirtschaft will verhindern, dass in der Praxis nicht nur Härtefälle, sondern eine breite Masse der Haupt- und Realschüler gefördert werden kann, wie die SPD es gern hätte. Das bestrafe und demotiviere die Betriebe, die schon bisher mehr Lehrlinge aufgenommen und sich so um die Ausbildung verdient gemacht hätten.

Der Ausbildungspakt war 2004 von Rot-Grün ausgehandelt worden, um die von der SPD damals angedrohte Ausbildungsplatzabgabe zu verhindern. Gut die Hälfte der neuen Plätze, knapp 47 000, sind in Industrie und Handel entstanden. Es folgt das Handwerk mit 35 000 neuen Plätzen und die Freien Berufe mit 7 000.

Insgesamt waren bis zu Beginn des Ausbildungsjahres Ende September 626 000 neue Verträge geschlossen worden, neun Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der damals noch unvermittelten Bewerber hatte sich bis Jahresende von knapp 30 000 auf 12 800 verringert.

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