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22.02.2008 
Medienberichte

Wirbel um Steuersünder im Bundestag

Der Steuerskandal zieht immer weitere Kreise: In den Sünderdateien aus Liechtenstein sollen nach Zeitungsberichten auch Namen von mehreren Bundestagsabgeordneten enthalten sein. Es soll sich allerdings nicht um Abgeordnete des jetzigen Parlaments handeln. Namen wurden nicht genannt, doch gibt es Hinweise auf ihre Parteizugehörigkeit.

HB BERLIN. Nach dem Bericht der „Berliner Zeitung“ sollen sich drei Parlamentarier der FDP und einer der Union darunter befinden. Koalitionskreise bestätigten der Nachrichtenagentur dpa am Freitag entsprechende Hinweise. Widersprüchliche Informationen gibt es darüber, ob auch zwei SPD-Abgeordnete betroffen sind.

Die in der Ermittlung federführende Bochumer Staatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben keine Anhaltspunkte für die Verwicklung derzeitiger Bundestagsabgeordneter in die Liechtenstein-Steueraffäre. „Es stehen keine Ermittlungen gegen aktive Bundestagsabgeordnete bevor“, sagte Oberstaatsanwalt Hand-Ulrich Krück der „Süddeutschen Zeitung“. Bei den Ermittlungen gegen 700 beschuldigte Anleger habe sich kein Hinweis auf derzeit im Bundestag sitzende Abgeordnete ergeben. „In keinem Falle ist die Aufhebung der Immunität beantragt worden oder geplant“, fügte er hinzu. Eine Immunitätsaufhebung wäre Voraussetzung für förmliche Ermittlungen gegen aktive Abgeordnete.


Bildergalerie Bild für Bild: Die spektakulärsten Fälle von Steuerhinterziehung


Derweil will die Bundesregierung Steueroasen wie Liechtenstein, Monaco und Andorra notfalls im Alleingang austrocknen. Sollten sich auf europäischer oder internationaler Ebene keine Fortschritte erzielen lassen, könnte der Geschäftsverkehr mit ihnen erschwert werden.

Erster und bisher prominentester enttarnter mutmaßlicher Steuersünder ist der inzwischen zurückgetretene Post-Chef Klaus Zumwinkel. Die Steueraffäre war durch Daten der liechtensteinischen LGT-Bank ins Rollen gekommen, die der Bundesnachrichtendienst (BND) erhalten hatte. Mehrere hundert vermögende Deutsche sollen über liechtensteinische Stiftungen Steuern hinterzogen haben. Die Bundesregierung drängt Liechtenstein zu einer Änderung der Finanzpraxis.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Beim Besuch von Fürst Albert II. von Monaco in Berlin will die Kanzlerin deutliche Worte finden

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