HB BERLIN. „Die Früchte des Aufschwungs müssen bei jenen ankommen, die sie erarbeitet haben“, so die Wirtschaftsvertreter. Die Spitzen von Industrie, Handel und Handwerk schreiben: „Wir fordern, dass von dem, was die Arbeitgeber zahlen, mehr Netto in den Taschen der Arbeitnehmer ankommt.“ Vor allem die Leistungsträger aus der Mittelschicht erwirtschafteten den Wohlstand. Sie dürften nicht durch einen überzogenen Zugriff des Staates immer stärker zur Kasse gebeten werden.
„Genau das ist aber vor allem mit der kalten Progression seit vielen Jahren der Fall.“ Bislang sei der Staat der große Gewinner des Aufschwungs. Von 2004 bis 2007 habe er 91 Milliarden Euro mehr an Steuern eingenommen. Die Arbeitnehmer hätten aber -
trotz deutlicher Lohnzuwächse - am Ende netto nur ein Plus von gut 18 Milliarden Euro gehabt.
„Die Differenz
von 73 Milliarden Euro zeigt das krasse Missverhältnis.“ Laut Steuerschätzung fließen von 2008 bis 2012
Mehreinnahmen von 107 Milliarden Euro in die öffentlichen Kassen. „Die Konsolidierung der öffentlichen
Haushalte ist nach wie vor richtig und wichtig. Sie darf aber nicht als Ausrede benutzt werden, notwendige
Korrekturen bei Steuern und Abgaben auf die lange Bank zu schieben“, heißt es in der Erklärung.