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16.05.2008 
Ausgaben

Große Krankenkassen fahren Defizit ein

Unerwartet hohe Ausgaben für Arzneimittel und medizinische Behandlungen haben bei den beiden größten bundesweiten Krankenkassen Barmer und DAK in den ersten drei Monaten für ein kräftiges Defizit gesorgt. Das hat auch Auswirkungen auf den geplanten Gesundheitsfonds.

Die Krankenkassen klagen über  hohe Ausgaben für Arzneimittel. Foto: dpaLupe

Die Krankenkassen klagen über hohe Ausgaben für Arzneimittel. Foto: dpa

HB BERLIN. Mit 150 Millionen Euro bei der Barmer und 80 Millionen Euro bei der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) lag das Minus höher als im selben Quartal 2007.

Die Kassen rechneten am Freitag allerdings damit, dass sich die Zahlen in den nächsten Monaten verbessern werden. Barmer-Chef Johannes Vöcking wollte sich ebenso wie andere Kassenexperten dennoch nicht festlegen, ob am Jahresende ein Überschuss wie 2007 stehen wird.

Damit ist unklar, unter welchen Voraussetzungen der Gesundheitsfonds 2009 starten kann. Den Beitrag für diese Geldsammelstelle muss die Bundesregierung im Herbst bundesweit einheitlich festsetzen.

Die Basis bildet die Finanzentwicklung in den ersten beiden Quartalen. Bei einer schlechten Ausgangsposition würde der Beitrag entsprechend hoch ausfallen.

Vor allem Mitglieder von bisher preiswerten Kassen müssten dann draufzahlen. Oder aber einzelne Kassen mit dünnem Finanzpolster würden gezwungen, eine Zusatzprämie zu erheben.

Ingesamt lagen die gesetzlichen Kassen Ende 2007 mit 1,8 Milliarden Euro in den schwarzen Zahlen. Die Barmer hatte das Jahr mit einem Überschuss von 298 Millionen Euro abschließen können, die DAK mit 206 Millionen Euro.

Im ersten Quartal hatten beide Kassen schon im Minus gelegen, aber in geringerem Umfang: die Barmer mit 121 Millionen Euro und die DAK mit 75 Millionen Euro.

Barmer-Chef Vöcking sagte, das Ergebnis der ersten drei Monate liege üblicherweise im Minus, da die Barmer mit ihren rund sieben Millionen Versicherten durch hohe Zahlungen in den Kassen-Finanzausgleich belastet werde.

Dieses Geld bekomme sie im Jahresverlauf zurück. Zudem seien noch Bundeszuschüsse und Einnahmen aus den 13. Monatsgehältern zu erwarten. Ähnlich äußerte sich DAK-Chef Herbert Rebscher. Der Haushalt seiner Kasse entspreche den Erwartungen und sei sauber kalkuliert.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Kosten für Arzneimittel steigen

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