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27.03.2008 
Stoiber verwundert über Kostenexplosion

Freude und Bedauern über das Transrapid-Aus

Die Reaktionen auf das Aus für den Transrapid in Bayern reichen von Freude bis Bedauern. Von der Opposition im Freistaat verlauteten kritische bis hämische Kommentare. Während Landesregierung und Wirtschaftsvertreter das Ende des Prestigepojekts bedauerten, erhob Umweltminister Ottmar Bernhard (CSU) schwere Vorwürfe gegen die beteiligten Unternehmen.

Transrapid: Die Magnetschnellbahn sollte den Münchener Flughafen mit der Innenstadt verbinden. Foto: dpaLupe

Transrapid: Die Magnetschnellbahn sollte den Münchener Flughafen mit der Innenstadt verbinden. Foto: dpa

HB MÜNCHEN. Nach dem Aus für den Münchner Transrapid hat sich der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber über die Kostenexplosion des Projekts verwundert gezeigt. „Nahezu eine Verdoppelung der Kosten in sechs Monaten ist doch sehr ungewöhnlich“, sagte der CSU-Ehrenvorsitzende laut einer in München veröffentlichten Mitteilung. Der Transrapid sei als Leitprojekt der deutschen Hochtechnologie Teil der Koalitionsvereinbarung und damit ein Projekt für Deutschland insgesamt.

Stoiber bedauerte, dass diese Hochtechnologie in Deutschland nun wohl endgültig gescheitert sei. Dies sei vor allem für Bayern schmerzlich. Denn Bayern habe sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem weltweit anerkannten Standort für modernste Technologien entwickelt. Stoiber forderte, die Grundlage der Koalitionsvereinbarung nicht zu verlassen. Die für den Transrapid vorgesehenen Bundesmittel von knapp einer Milliarde Euro müssten auf jeden Fall in Hochtechnologieprojekte investiert werden - und dies wie bisher beabsichtigt vor allem in Bayern.

Im Aus für den Münchner Transrapid sehen die bayerischen Oppositionsparteien eine große Schlappe für die regierende CSU. Den Christsozialen wurde am Donnerstag von den anderen Parteien vorgeworfen, mit ihrem jahrelangen Festhalten an der umstrittenen Magnetschwebebahn Millionen an Steuergeldern für Planungskosten verschleudert zu haben.

Die SPD-Landtagsfraktion sprach von der „größten denkbaren Schlappe“ für CSU und Landesregierung. Die CSU habe gegen alle wirtschaftliche Vernunft und gegen den Bürgerwillen versucht, ihr politisches Prestigeprojekt durchzusetzen, kritisierte der Fraktionsvorsitzende Franz Maget. Der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) sagte dem Bayerischen Rundfunk (BR), er sehe im Scheitern des Projekts „eine vernichtende Niederlage“ für die CSU.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die IHK befürchtet erhebliche Nachteile für den Wirtschaftsstandort München und Bayern

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