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27.04.2008 
„Erfolgsmodell gerät ins Wanken“

BDI-Chef fürchtet Ausverkauf des Mittelstands

von Donata Riedel

BDI-Präsident Jürgen Thumann fürchtet, dass die Erbschaftsteuerreform das traditionelle Gesellschaftermodell großer Familiengesellschaften zum Einsturz bringt.

BDI-Präsident Jürgen Thumann. Foto: dpaLupe

BDI-Präsident Jürgen Thumann. Foto: dpa

BERLIN. "Wenn das neue Bewertungsrecht tatsächlich so kommt, würden Familienunternehmen systematisch viel zu hoch besteuert", sagte er dem Handelsblatt. Die Erbschaftsteuerreform ist am Montag Thema im Koalitionsausschuss.

Die Gesellschafterverträge alter Famlienunternehmen mit vielen Anteilseignern sehen vor, dass jeder Gesellschafter seinen Anteil nur an die Miteigentümer verkaufen kann - und zwar zu einem deutlich niedrigeren Wert als dem Verkaufspreis für das ganze Unternehmen. Das neue Erbschaftsteuerrecht soll nach dem Gesetzentwurf der Regierung aber grundsätzlich vom aktuellen Marktwert ausgehen. "Der Erbe muss also Erbschaftsteuer zahlen auf ein Vielfaches des Wertes, den er erhält", sagte Thumann.

Der BDI erwartet, dass die Gesellschafter nach der Erbschaftsteuerreform die bisher üblichen Abfindungsklauseln nicht mehr akzeptieren werden und den Marktpreis verlangen. "Es droht der Ausverkauf des deutschen Mittelstands", sagte Thumann. Der BDI erwarte eine jahrelange Prozesslawine und eine Zeit immenser Unsicherheit für die Unternehmen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Das vollständige Interview mit Jürgen Thumann im Wortlaut

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