Einen Imageschaden befürchtet der Gießener Verkehrswissenschaftler Gerd Aberle. Er warf den
Betreibern der Versuchsstrecke ein „antiquiertes“ Sicherheitskonzept vor. Wegen
dieser „Nachlässigkeit“ sei nun eine Grundsatzdiskussion zu erwarten,
die für das Magnetschwebebahn-System „wahrscheinlich tödlich“ sein
dürfte, sagte Aberle im Westdeutschen Rundfunk (WDR).
Statt einer Fahrt-Freigabe über Telefon oder Funk, wie in Lathen
geschehen, hätte es eine elektronische automatische Sperre geben
müssen, die den Aufprall auf den Werkstattwagen ausgeschlossen hätte.
„Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, warum man das so antiquiert
im Emsland noch betrieben hat“, sagte Aberle.
Laut Aberle ist nicht ausgeschlossen, dass nun „Schlussfolgerungen
gezogen werden, die dann das Ende des Transrapid bedeuten können“.
Nach diesem Unfall könne „die Vermarktung schon ein Riesenthema“
sein. Die geplante Strecke in München wäre die einzige
Referenzstrecke im Inland. Es sei schon ungünstig, wenn man
ausländische Interessenten immer nur auf China verweisen müsse, wo
die erste kommerzielle Strecke mit deutscher Technologie seit 2003 in
Schanghai betrieben wird.
Auch in der Politik gibt es bereits kritische Stimmen. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Winfried
Hermann, nannte das Münchner Transrapid-Vorhaben verkehrspolitisch
unsinnig und unfinanzierbar. Sinnvoller wäre es, die vorhandene S-
Bahn zwischen Flughafen und Münchner Innenstadt auszubauen, sagte
Hermann im Südwestrundfunk. „Sie müssen sich vorstellen, die
Transrapid-Technologie ist im Schnitt mindestens doppelt so teuer wie
vergleichbare Schienentechnik mit einem vergleichbaren Angebot. (...)
1934 ist das Patent eingereicht worden, seitdem krebst sie vor sich
hin und sie wird nicht wirklich realisiert eben aus Kostengründen.“