Allerdings stellten ZDH und DIHK auch in diesem Jahr fest, dass viele Schulabgänger nur unzureichend für eine Berufsausbildung qualifiziert sind. Jeder zehnte Schüler verlasse die Schule ohne einen Schulabschluss. Ein Viertel verfüge nicht über ausreichende Kenntnisse im Rechnen und Schreiben. Das Handwerk hat deshalb eine „nationale Bildungsinitiative“ vorgeschlagen und fordert ein verpflichtendes Vorschulalter und einen bundesweiten Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für unter Dreijährige.
Auch mit den neuen, auf zwei Jahre Ausbildung angelegten Berufen, versucht die Wirtschaft den Defiziten Rechnung zu tragen. Sie erfreuen sich nach einer neuen Studie des DIHK wachsender Beliebtheit. Gegenüber 2006 stieg die Zahl der Lehrverträge in diesen vor allem für praktisch begabte Jugendliche interessanten Berufsbildern um 20 Prozent. Insgesamt wurden 22 000 Verträge abgeschlossen. Besonders nachgefragt wurden die Berufe Maschinen- und Anlagenfahrer, Servicefachkraft für Dialogmarketing und Fachlagerist oder Verkäufer.
Attraktiv sind kürzere Ausbildungsberufe nicht nur deshalb, weil sie schneller zum Abschluss führen. In vielen Fällen können die Jugendlichen nach dem ersten Abschluss eine weitere Ausbildung beginnen, die in der Regel nach einem weiteren Jahr – ohne Zeitverlust – zu einem zweiten Berufsabschluss führt. Für die Unternehmen sind sie interessant, weil sie sich statt für drei nur für zwei Jahre an einen Lehrling binden müssen. Der DIHK fordert daher von der Bundesregierung, weitere zweijährige Berufe zuzulassen.

