Ernste inhaltliche Differenzen zeichnen sich für Parteivorstand und Parteitag hingegen bei den Korrekturen an der Rente mit 67 ab. Die Arbeitsgruppe unter Leitung von Elke Ferner und Ludwig Stiegler hatte zunächst eine massive Ausweitung der Erwerbsminderungsrente favorisiert, diese Forderung in ihrem Abschlussbericht aber zu einem Prüfauftrag herabgestuft. In Becks Antrag findet sich nun nicht einmal dieser Prüfauftrag. Im Gegenteil heißt es, man wolle „keine Veränderungen bei der Erwerbsminderungsrente“.
Stattdessen will die Parteispitze prüfen lassen, ob Arbeitnehmer, die nach ihrem 60. Geburtstag weiterarbeiten, einen Rentenbonus erhalten. Damit wolle man ein Signal setzen, dass Beck im Gegensatz zu den Vorwürfen seiner Kritiker „keineswegs die Passivität, sondern die Aktivität von Älteren“ fördern wolle, heißt es in Parteikreisen.
Nicht nur bei Experten der Rentenkassen verursacht der Vorschlag jedoch Kopfschütteln. Profitieren würden nämlich ausgerechnet Arbeitnehmer, die lange im Job sind, ohnehin hohe Altersbezüge erhalten und oft durch die 45-Beitragsjahre-Regelung von der Rente mit 67 ohnehin befreit sind. In der Arbeitsgruppe ist über diese Idee nach Handelsblatt-Informationen nie gesprochen worden. „Wir hätten sie auch sofort verworfen“, sagte ein Teilnehmer. SPD-Rentenexperte Anton Schaaf nannte den Vorschlag im „Tagesspiegel“ schlicht „Unfug“.
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