Das Gesundheitsministerium betonte die Bedeutung der Entschuldung der Krankenkassen. „Ende dieses Jahres werden fast alle der 2006 noch verschuldeten Kassen wieder über Finanzreserven verfügen“, hieß es weiter. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass alle Kassen bis zum Start des Gesundheitsfonds 2009 ihre Verbindlichkeiten tilgen. Sorgenkinder waren dabei bislang einige Allgemeine Ortskrankenkassen. Diese verzeichneten nach Angaben des Ministeriums aber nun das günstigste Finanzergebnis aller Kassenarten: 610 Millionen Euro Überschuss bis Ende September.
Hintergrund des Geldsegens ist neben der Beitragserhöhung um 0,6 Punkte zu Jahresbeginn die gute Konjunktur. Die Beitragseinnahmen der Kassen stiegen um 4,7 Prozent, zumal 583 000 Erwerbstätige mehr als vor einem Jahr in die Sozialversicherungen einzahlten. Besonders stark stiegen die Einnahmen aus Minijobs, nämlich um 9,8 Prozent.
Allerdings wuchsen auch bei den Ausgaben der Kassen einige Posten rasant, vor allem die für Arzneien. Das Ministerium gab die Kostensteigerung ohne Impfstoffe an. Sie lag bei 6,2 Prozent. Neue Daten vom Oktober deuteten noch auf eine „Ausgabenbeschleunigung“ hin. Hier müssten alle Möglichkeiten zum Sparen genutzt werden, hieß es. Die Ausgaben für die ambulante ärztliche Behandlung wuchsen um 3,3 Prozent. Einen Riesensprung um 55 Prozent machten die Ausgaben für Prävention und Schutzimpfungen, zumal die Kassen inzwischen alle empfohlenen Impfungen bezahlen müssen.

